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    Zehntausende auf der Straße

    Zehntausende auf der Straße

    Ihr Motto hieß „#ausgehetzt”. Auch ver.di war stark vertreten
    Dieser „Massenauflauf“ auf dem Königsplatz verblüffte am 22. Juli auch die Veranstalter Werner Bachmeier #ausgehetzt am Königsplatz  – Dieser „Massenauflauf“ auf dem Königsplatz verblüffte am 22. Juli auch die Veranstalter

    Nach diesem 22. Juli, einem Sonntag, der zunächst stundenlang strömenden Regen bot, war vieles nicht mehr so, wie es in den Vormonaten noch ausgesehen hatte. Unter anderem deshalb, weil sich trotz des Wetters Zehntausende – die Polizei wollte letztlich 25.000, die Veranstalter gar 50.000 Menschen gezählt haben – aufgemacht hatten zu Demonstrationen und einer gewaltigen Abschlusskundgebung auf dem traditionsreichen Münchner Königsplatz.

    Einem eingängigen Motto folgend, das „#ausgehetzt“ hieß und auf Einladungs-Flugblättern und -Plakaten mit Porträt­fotos der aktuellen bayerischen „Spitzenpolitiker“ der CSU, Horst Seehofer, Markus Söder und Alexander Dobrindt, illustriert war. Bunt gemischt waren die an Demos und Schlusskundgebung ­Teilnehmenden auch altersmäßig. Weshalb die Raute vor dem Wörtchen „ausgehetzt“ von manchen älteren Teilnehmenden vielleicht nicht als der in der online-Welt gängige „Hashtag“, sondern als Bezug auf das CSU-„Löwe-und-Raute“-Logo verstanden wurde.

    Wie auch immer: Jung und Alt machten bei diesem Massenprotest aller­hand Eindrucksvolles Seit an Seit. Und das noch überzeugender als einige Wochen zuvor schon bei der ebenfalls überraschend ­großen Demonstration gegen das neue bayerische „Polizeiaufgabengesetz“.

    ver.di war sowohl dort als auch am 22. Juli wieder stark vertreten. Und hat sicher auch dazu beigetragen, dass einige der mit dem #-Motto Gemeinten derzeit verbal zurückrudern. Wollen wir es ihnen glauben? Bis zur Landtagswahl gibt es bestimmt noch manche Anlässe und Möglichkeiten, genau das zu prüfen.