Medieninformationen

    XXXLutz: Beschäftigte warten noch immer auf einen Sozialplan

    Gerichtstermin XXXLutz am 30.07.2014

    Beschäftigte warten noch immer auf einen Sozialplan

    16.07.2014

    Seit Oktober 2013 warten die von der Schließung des XXXLutz Einrichtungshaus betroffenen 160 Mitarbeiter auf einen Sozialplan. Die Eigentümer des Möbelhauses weigern sich noch immer der Verantwortung auf einen materiell vernünftigen Sozialplan nachzukommen. Ein Großteil der Beschäftigten klagt vor dem Arbeitsgericht auf eine Weiterbeschäftigung bei XXXLutz.

    Unfassbar aber wahr:

    Bei der Schließung hatte es das Möbelunternehmen eilig seine Mitarbeiter los zu werden. Bei den Sozialplanverhandlungen dagegen weigert sich der Möbelriese bis heute seine Verantwortung für die 160 Mitarbeiter zu übernehmen. Nachdem am 05.10.2013 alle Mitarbeiter über die Schließung des Einrichtungshauses informiert wurden und sie die Räumlichkeiten am darauffolgenden Arbeitstag schon nicht mehr betreten durften, dauern die Verhandlungen über einen Sozialplan bis heute an.

    Für die Gewerkschaft ist es ein politscher und rechtlicher Skandal, dass sich XXXLutz weigert, die Verantwortung für die zum Teil Jahrzehnte lang tätigen Mitarbeiter, zu übernehmen. Während sich der Presse gegenüber immer die Unternehmenszentrale von XXXLutz in Würzburg äußert und auch erklärte einen Sozialplan abzuschließen, sitzt den Arbeitnehmern in der Verhandlung der Geschäftsführer der beiden für XXXLutz tätigen vermögenslosen Dienstleistungsgesellschaften gegenüber. Wie an allen anderen Möbelstandorten beschäftigt XXXLutz direkt keine eigenen Mitarbeiter. Alle rund 10.000 für das Möbelunternehmen tätigen Mitarbeiter sind in hunderten vermögenslosen Gesellschaften angestellt. „In München hat XXXLutz exemplarisch die Auswirkungen seiner Struktur, der Trennung von Vermögen und Beschäftigten veranschaulicht. Bei einer Schließung können die Betroffenen nicht mit einer Weiterbeschäftigung an einem anderen Standort oder mit Abfindungen für den Verlust des Arbeitsplatzes rechnen“, so Dirk Nagel von der Gewerkschaft ver.di in München.

    Beschäftigte, Betriebsrat und Gewerkschaft wehren sich seit Oktober gegen die Art und Weise der Schließung. Sie mahnen nun auch die Politik an, solche Gesellschaftsstrukturen nicht zuzulassen. Im vergangenen Jahr hatte sich ja schon der Landtag mit der Struktur von XXXLutz beschäftigt. Nun wenden sich die Arbeitnehmervertretungen mit den Arbeitnehmerorganisationen der großen Kirchen direkt an das Wirtschaftsministerium. „Was bei XXXLutz passiert darf nicht in seriösen Unternehmen Schule machen“, so Dirk Nagel.

    Neben der politischen Diskussion findet auch eine arbeitsrechtliche Klärung statt. In diversen Gerichtsverfahren und einer Einigungsstelle über einen Sozialplan wird die Struktur überprüft. Hierbei sind Haftungsfragen, die Definition des Betriebsbegriffes und ein möglicher Betriebsübergang Themen. „Wir hoffen, dass auch die Gerichtsbarkeit den Eigentümern Richard und Andreas Seifert und deren unübersichtlichen und zutiefst unsozialen Unternehmensstrukturen deutlich die Grenzen zweigt. Die österreichischen  Eigentümer haben eine Verantwortung für ihre Mitarbeiter. Nicht nur für die 160 aus München, sondern für über 9.000 in ganz Deutschland“, erläutert Dirk Nagel die Bedeutung der Verfahrens.

    Am kommenden Donnerstag  (17.07.2014) finden mehrere Gerichtstermine im Arbeitsgericht München in der Winzererstraße ab 8:30 Uhr statt. Es besteht für Medienvertreter die Möglichkeit sich ein direktes Bild zu machen und auch mit Betroffenen zu sprechen. Für die Gewerkschaft ver.di steht Dirk Nagel an dem Mittwoch vormittags für Fragen zur Verfügung.

    Pressekontakt

    Dirk Nagel

    Tel. 0170 / 91 64 399