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    Solidaritätsstreik der Beschäftigten der Sengewald Klinikprodukte GmbH

    15.11.2021

    Bei der Streikveranstaltung am Dienstag den 16. November um 8.00 Uhr am Klinikum Großhadern erhalten die streikenden Klinikbeschäftigten die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen der Firma Sengewald Klinikprodukte GmbH aus Rohrdorf. Die Streikenden solidarisieren sich mit den Beschäftigten am Uniklinikum in Großhadern.

    Sie sind schon über einen Monat im Arbeitskampf. Dort zeigt der Arbeitgeber keinerlei Bereitschaft auf die Forderungen von ver.di einzugehen. Trotz mehrfacher Aufforderung hat der Arbeitgeber hier auch kein eigenes Angebot vorgelegt. Stattdessen will die Geschäftsführung weitere Verschlechterungen.

    Beide Beschäftigtengruppen, die Klinikbeschäftigten sowie die der Medizinpro- dukthersteller, haben dasselbe Ziel: Sie kämpfen für eine gute Tarifeinigung und eine Wertschätzung in Form einer Lohnerhöhung während der Corona-Pandemie. Und sie alle leiden unter ähnlichen Symptomen: Das Gesundheitssystem ist seit Jahren stark belastet. Und: Es wird beim Personal eingespart.

    Dabei übernehmen die Beschäftigten in dieser Branche eine wichtige Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Doch Lob und hohe Anerkennung genügt den Beschäftigten nicht mehr, sie wollen eine entsprechende finanzielle Wertschätzung.

    Die fast 100 Beschäftigten der Sengewald Klinikprodukte GmbH kämpfen für Wertschätzung in Form einer Tarifbindung, aber auch Verantwortung gegenüber den Zulieferern und nachhaltigem Einsatz von Medizinprodukten. In Rohrdorf produzieren die Beschäftigten bei Sengewald regional existentielle OP-Abdecktücher für den Operationssaal. Bisher wurden die Kolleginnen und Kollegen nach Tarif des Verbandes „BayPapier“ bezahlt. Nun ist der Betrieb dort ausgetreten und seitdem gibt es keine tarifliche Bezahlung und Leistungen mehr. Dabei leisten die Beschäftigten eine gesellschaftlich wichtige Aufgabe: Sie gewährleisten mit ihren regionalen Produkten eine hohe Qualität für die Patienten und Kliniken mit ihren Beschäftigten.

    „Entgegen der Politik, die für heimische Produktion wirbt, wird in den Kliniken weiterhin auf Billigprodukte aus Asien gesetzt“, sagt Andreas Reinshagen, der für den Betrieb zuständige Gewerkschaftssekretär. Gerade die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass Liefer- und Wertschöpfungsketten aus Asien leicht unterbrochen werden können und somit vermeintlich günstigere asiatische Produkte keinen Mehrwert für den Patienten und den Anwender, die behandelnden Ärzte, bringen.

    „Umso mehr verurteilen wir, wenn Einkäufer der Krankenhäuser nur auf den billigsten Preis schauen und damit kurzsichtig handeln“, sagt Reinshagen. Deshalb fordern die Beschäftigten einen Haustarifvertrag. „Qualität hat seinen Preis, bei den Beschäftigten im Krankenhaus und bei Medizinprodukten“, so Reinshagen weiter.

    Weitere Informationen:

    Andreas Reinshagen, Gewerkschaftssekretär Tel.: 0151-50517111
    E-Mail: andreas.reinshagen@verdi.de