Medieninformationen

    1.000 Streikende bei Kundgebung in München

    Tarif- und Besoldungsrunde Bundesländer 2021

    1.000 Streikende bei Kundgebung in München

    25.11.2021
    1.000 Streikende bei Kundgebung in München ver.di 1.000 Streikende bei Kundgebung in München

    Sie haben sich teilweise schon um 09:00 Uhr bei eisigen Temperaturen auf der Münchner Theresienwiese versammelt. Streikende aus den Universitätskliniken, Universitäten, Studentenwerk, Staatstheatern, Landesbehörden, staatlichen Forstbetrieben und Polizeiinspektionen aus ganz Bayern.

    Auf der Kundgebung mittags vor dem Amtssitz von Bayerns Finanzminister Albert Füracker waren es dann rund 1.000Teilnehmer*innen. Sei haben lautstark ihren Ärger und ihren Frust zum Ausdruck gebracht.

    „Ich habe noch nie auf einer Streikkundgebung so eine Wut erlebt. Vor allem das Pflegepersonal fühlt sich von den politisch Verantwortlichen veräppelt. Umgangssprachlich würde ich dafür sogar ein deftigeres Wort verwenden.“ Mit diesen Worten beschreibt Heinrich Birner, ver.di-Geschäftsführer in München die Stimmung unter den Streikenden.

    Reinhard Brunner, der neu gewählte stellvertretende Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) berichtet von der enormen Belastung der Polizeieinsatzkräfte während der Corona-Pandemie. Er findet es würdelos, dass der oberste Arbeitgeber, der Freistaat Bayern seinen Beschäftigten gegenüber keine Wertschätzung und auch keinen Dank zum Ausdruck bringt.

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Industriegewerkschaft Bauen Agrar-Umwelt (IG BAU) hatten gemeinsam zu dem Streik- und Aktionstag aufgerufen.

    Söder in der Pflicht

    Als oberster Dienstherr der Arbeitnehmer und Beamten in Bayern ist jetzt Ministerpräsident Markus Söder in der Pflicht. Er muss seinen Finanzminister anweisen, die Blockadehaltung aufzugeben. „In der dritten und letzten Verhandlungsrunde am kommenden Wochenende muss endlich die erforderliche Wertschätzung auf den Tisch kommen, in Worten und in Euros“, so Heinrich Birner.

    Forderungen der Gewerkschaften

    Die drei Gewerkschaften fordern sowohl für die Tarifbeschäftigten (früher Arbeiter und Angestellte) und für die Beamten:

    - Erhöhung der Vergütungen und Gehälter um 5 Prozent, mindestens aber um 150 Euro monatlich.

    - Erhöhung der Tabellenentgelte für Beschäftigte im Gesundheitswesen um 300 Euro.

    - Erhöhung der Entgelte der Auszubildenden, Studierenden und Praktikant*innen um 100 Euro monatlich.

    - Laufzeit 12 Monate. Verlängerung der Vorschrift zur Übernahme der Auszubildenden.

     

    Wie geht es weiter?

    In zwei Verhandlungsrunden am 08.10. sowie 01./02.11.2021 haben die Arbeitgeber der Bundesländer überhaupt kein Angebot unterbreitet. Die dritte und vorerst letzte Verhandlungsrunde findet am 27./28.11.2021 in Potsdam statt. ver.di erwartet in dieser Runde, dass die Arbeitgeber nicht schachern, sondern ein faires und annehmbares Angebot auf den Tisch legen.

    Statement Heinrich Birner, ver.di-Geschäftsführer in München

    „In zwei Verhandlungsrunden haben die Verhandlungsführer der Bundesländer die Arbeitnehmer und die Beamten verbal abgewatscht. Statt ein Angebot vorzulegen haben sie die Beschäftigten verhöhnt. Die Corona-Pandemie sei vorübergehender Natur. Für eine dauerhafte Besserstellung bei der Bezahlung gäbe es keinen Grund. Das empfinde ich als Unverschämtheit den eigenen Beschäftigten gegenüber.“