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    550 Beschäftigte beteiligen sich am Flughafenstreik

    550 Beschäftigte beteiligen sich am Flughafenstreik

    Sicherheitsgesellschaft bietet Streikbruchprämie und alle lehnen ab 27.04.2016

    Die meisten waren bereits seit Schichtbeginn um 5 Uhr früh im Streik. Weil es draußen auf der Freifläche zwischen Terminal 1 und Terminal 2 kalt war und ein eisiger Wind wehte, wärmten sich die über 550 Streikenden in den Flughafengebäuden. Um 8 Uhr versammelten sie sich dann vor dem AirBräu zu einer Kundgebung.

    In diesem Moment fuhren auch vier Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht auf den Platz und wurden mit großem Applaus begrüßt. Den Streik der Feuerwehr hat ver.di auf wenige Stunden begrenzt. Die nördliche Start- und Landebahn war dadurch eine Stunde lang vom internationalen Flugverkehr abgemeldet.

    Von der Sicherheitsgesellschaft am Flughafen München GmbH (SGM) haben 250 Passagierkontrolleure die Arbeit nicht aufgenommen. Im Laufe des Vormittags hat die örtliche Streikleitung dann aber beschlossen, auch noch die dritte Schicht, die ab 13 Uhr beginnen sollte, mit in den Arbeitskampf zu nehmen.

    Der Streik bei der Flughafen München GmbH (FMG) mit ihrer Tochtergesellschaft Aeroground GmbH verlief dagegen planmäßig über die Dauer der Vormittagsschicht bis in die frühen Nachmittagsstunden. Rund 300 Beschäftigte des Bodenabfertigungsdienstes, der Technik und der Werkstätten, der Terminaldienste und auch aus der Verwaltung haben sich daran beteiligt.

    Die Tarifverhandlungen werden am Donnerstag und Freitag (28./29.04.2016) in Potsdam in dritter Runde fortgesetzt. ver.di erwartet von den Arbeitgebern, dass sie ihr bisheriges Angebot substantiell nachbessern, damit es am Verhandlungstisch zu einer Einigung kommen kann. Wenn nein, sind weitere Arbeitskampfmaßnahmen vorprogrammiert.

    Zusatzinformationen zur SGM

    Die SGM ist eine 100 %-Tochtergesellschaft des Freistaats Bayern. Ihre Aufgabe ist die Passagierkontrolle am Münchner Flughafen. Seit der Affäre um den Einsatz neuer Sprengstoffspürgeräte ist das Verhältnis zwischen Geschäftsführung und Belegschaft zerrüttet.

    Der langen Reihe ihrer zweifelhaften Entscheidungen haben die Geschäftsführer der SGM nun auch noch die Krone aufgesetzt. Per Aushang haben sie Beschäftigten, die sich nicht am Streik beteiligen, eine Anrechnung der doppelten Arbeitszeit angeboten. Die Wirkung war gleich Null. Nahezu alle schichtplanmäßig eingesetzten Beschäftigten haben sich an dem Streik beteiligt. Bis auf die neu Eingestellten, die noch in der Probezeit sind. Diesen wurde unmissverständlich signalisiert, dass ihr Arbeitsverhältnis jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden könne.

    Dazu Heinrich Birner, ver.di-Geschäftsführer München & Region:

    „Die SGM-Beschäftigten kontrollieren die Fluggäste. Sie sind wichtige Garanten für die Flugsicherheit. Wenn die Geschäftsführung eines so sensiblen Bereichs nicht mehr weiß, wie die eigenen Mitarbeiter ticken, dann halte ich das für sicherheitstechnisch bedenklich. Ich bin mal gespannt, wie lange Innenminister Dr. Joachim Herrmann an den beiden Geschäftsführern der SGM noch festhält.“

    Pressekontakt

    Ulrich Feder

    Tel. 0175 / 189 04 21