Medieninformationen

    Würde hat ihren Wert. Arbeit hat ihren Preis.

    Würde hat ihren Wert. Arbeit hat ihren Preis.

    Evangelische Kirche, Diakonie und Caritas 07.02.2006

    Die Beschäftigten wehren sich zusammen mit ihrer Gewerkschaft gegen eine ständige Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Bereits in den letzten Jahren wurden z.B. bei der Diakonie Löhne für Un- und Angelernte vor allem im Hauswirtschaftsbereich um bis zu 17 Prozent abgesenkt. Seit 01.01.05 gilt die 40-Stunden-Woche, was den Einrichtungen deutliche Kosteneinsparungen durch Stellenabbau bringt.

    Dadurch ist eine besonders brisante Situation entstanden: zum ersten mal treten die Wohlfahrtsverbände offen in Konkurrenz zueinander. Wettbewerb zwischen den Einrichtungen sozialer oder kirchlicher Arbeit findet vor allem über die Preise für die Leistungen statt. „Die Beschäftigten wehren sich dagegen, dass dieser Wettbewerb auf ihrem Rücken ausgetragen werden soll,“ so Irene Gölz vom zuständigen ver.di-Fachbereich. „Sie sind nicht bereit, hinzunehmen, dass der Sozialabbau direkt an sie weiter gegeben wird, dass qualifizierte Arbeitsplätze abgebaut werden durch einen Wettbewerb, der sich nur nach dem billigsten Preis richtet und schlechtere Arbeitsbedingungen und Einkommen zur Folge hat.“ Auch die Beschäftigten der Kirchen und der Wohlfahrtsverbände füllen mit ihren Abgaben die Töpfe, aus denen soziale und kirchliche Arbeit finanziert wird.

    Nun soll die Tarifreform im Öffentlichen Dienst unter Ausnutzung der kirchlichen Sonderstellung zum Anlass genommen werden, erstmals vollständig von den tariflichen Regelungen des Öffentlichen Dienstes abzuweichen und eigene Regelungen für den Kirchenbereich zu entwickeln. Informationen über die Planungen sowie Beschlüsse dazu lassen deutliche Einkommensverluste und eine generelle Anhebung der Arbeitszeit erwarten. Besonders bedrohlich für die Beschäftigten sind Überlegungen, Einkommen und Arbeits-bedingungen zu Lasten der Beschäftigten umfassend zu flexibilisieren.

    Dass es auch anders geht, zeigen die kath. Bistümer in Bayern. Ebenso wie die meisten deutschen Bistümer, haben sie den neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) für ihre Beschäftigten übernommen. „Die ev. Landeskirchen – auch die in Bayern – wollen den TVöD nicht, trotz gleicher Finanzierungsvoraussetzungen: Kirchensteuereinnahmen. Er sei zu teuer,“ so Gölz.

    Im Rahmen der aktiven Mittagspause der Beschäftigten laden wir die Presse zu einem Gespräch ein:
    am Donnerstag, den 9. Februar 2006
    um 12.00 Uhr
    Löwenbräukeller, Am Stiglmaier Platz, Wappenzimmer

    Beschäftigte und Mitarbeitervertreter berichten über die Auswirkung des Sozialabbaus auf ihre Arbeitbedingungen und die Entwicklungen bei den Kirchen, Diakonie und Caritas

    Kontakt: Doreen Marcinek, 0151 / 15155045

    Herausgeber:

    Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di
    Bezirksverwaltung München
    Bayerstr. 69
    80335 München

    Presserechtlich verantwortlich:
    Heinrich Birner

    e-mail:
    heinrich.birner@verdi.de