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    XXXLutz droht den 160 von der Schließung betroffenen Mitarbeitern …

    Schließung Möbelhaus XXXLutz München

    XXXLutz droht den 160 von der Schließung betroffenen Mitarbeitern mit Schadenersatzforderungen

    22.10.2013
    XXXLutz Filiale auf der Schwanthalerhöhe ver.di München XXXLutz Schwanthalerhöhe  – Jetzt droht er auch den 160 MitarbeiterInnen.

    Wieder einmal wird der Möbelgigant seinem Ruf als „die mit dem rauen Stil“ gerecht. Nicht nur, das den Beschäftigten von einem Tag auf den anderen mitgeteilt wurde, dass Ihr Haus geschlossen wird und sie nicht mehr das Geschäft betreten dürfen. Nun greift XXXLutz auch zu rigorosen Mitteln um einen Widerstand gegen die Schließung zu unterbinden.

    Die Beschäftigten demonstrierten am vergangenen Freitag vor dem Kundeneingang gegen die Art und Weise der Standortschließung in München. Vor dem Eingang erwartete sie aber kein verständnisvoller Arbeitgeber, sondern ein Securitydienst. Die anwesenden Arbeitgebervertreter des Möbelunternehmens zeigten kein Verständnis für die Mitarbeiter:

    • Vor und während der Protestveranstaltungen wurden die Beschäftigten ganz offen vor dem Kundeneingang gefilmt.

    • Aus dem Geschäft heraus wurden Fotos gemacht.

    • Es wurde ein Flugblatt verteilt, in welchem von der Geschäftsführung deutlich gemacht wurde, dass XXXLutz sich gegen die Teilnehmer Schadenersatzansprüche vorbehält. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass die Verwendung der Buchstaben „XXXL“ oder „roter Stuhl“ zu Unterlassungs- und Schadenersatzansprüchen führt.

    „Das Unternehmen erhebt einen Alleinstellungsanspruch auf Buchstaben“, so Dirk Nagel von der Gewerkschaft ver.di. „Man muss nun Kunden mit der Konfektionsgröße XXXL warnen, das Größenetikett erkennbar zu zeigen. Unter Umständen verlangt das Möbelunternehmen aus Österreich dann Schadenersatz“, lästert Dirk Nagel über das Rechtsverständnis des Möbelunternehmens.

    Anhand der Form der Schließung wird immer deutlicher, wie brutal die Eigentümer Dr. Richard Seifert und Dr. Andreas Seifert in Deutschland mit den Beschäftigten umgehen.

    „Es geht nur um den Profit. Dafür werden Tarifverträge ausgehebelt, Mitbestimmungsrechte igno­riert und die Beschäftigten in München im wahrsten Sinne des Wortes vor die Tür gesetzt.“, so Dirk Nagel.

    Der Vorwurf der Gewerkschaft wird an einem schon fast grotesken Beispiel deutlich:

    Die Beschäftigten, die nicht mehr im Möbelhaus arbeiten dürfen, haben von XXXLutz per Post eine Einladung bekommen. „Für die jahrelange Treue möchten wir uns bei Ihnen mit einem sensatio­nellen Räumungsverkauf bedanken. (…) Bis zu 75% Rabatt in allen Abteilungen. Und das bedeutet für Sie: Rein in den XXXLutz“.

    „Zynischer kann man mit Menschen nicht umgehen“, so Dirk Nagel.

    Bei den heute um 14:00 Uhr beginnenden Verhandlungen ist die Gewerkschaft gespannt, mit welchen Vorstellungen und Forderungen die Arbeitgeberseite kommt. Im Rahmen der Verhandlungen wird ver.di auch die Frage einer Haftung des Geschäftsführers und der Eigentümerfamilie Seifert thematisieren.

     

    Weitere Informationen:

    Dirk Nagel, Tel. 0170 / 91 64 399