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    Kita-Beschäftigte werden im Stich gelassen

    Von „Notbetreuung“ kann nicht mehr gesprochen werden

    Kita-Beschäftigte werden im Stich gelassen

    26.04.2021

     

    Seit einer Woche gilt in den Münchener Kindertageseinrichtungen wieder die „Notbetreuung“. Viele Kita-Beschäftigte fühlen sich im Stich gelassen. Sobald Eltern einen Bedarf anmelden, müssen die Kinder angenommen werden.

    Statement Merle Pisarz, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di München & Region:

    „Von Notbetreuung merken die wenigsten etwas. Die Realität sieht anders aus. Die Kindertageseinrichtungen der Stadt sind vielerorts weitgehend geöffnet und auch die Eingewöhnungen von Neuzugängen finden statt. Die Beschäftigten fühlen sich schlichtweg im Stich gelassen.“

    Die Erzieherinnen und Erzieher sowie ihre Leitungen geben jeden Tag ihr Bestes. Sie wollen für die Kinder da sein, möchten aber auch bei den hohen Infektionszahlen geschützt werden und nicht normal weiterarbeiten. Auch sie haben Familien und Verantwortung. Es braucht deshalb klarere Regeln und mehr Schutz für Personal.

    Kein Kind soll abgelehnt werden, wenn eine Notwendigkeit da ist und mit einem Nachweis vom Arbeitgeber würde es auch keinen Zweifel mehr geben.

    Wichtig ist auch, dass es bei zu wenig Personal nicht zu Vermischungen der getrennten Gruppen kommen darf. Hier braucht es Handlungsspielraum für die Leitungen. Im Notfall muss es auch möglich sein die Öffnungszeiten anzupassen oder nicht alle Kinder aufzunehmen.

    Es gibt zahlenmäßig zu wenig Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen. Von den politisch Verantwortlichen und von den Arbeitgebern müssen mehr Möglichkeiten geschaffen werden, dass Kinder auch zu Hause betreut werden können.

    Die Impfpriorisierung des Personals hat dazu geführt, dass teilweise die erste Impfung vollzogen werden konnte. Weil die zweite Impfung noch aussteht gibt es keinen ausreichenden Schutz für die Beschäftigten. Das bedeutet, dass das Personal derzeit weitgehend ungeschützt arbeitet.

    Zum Schutz des Personals fordert die Gewerkschaft ver.di:

    -        Verpflichtende Nachweise vom Arbeitgeber zur Notwendigkeit der Betreuung

    -        Feste Gruppen, kein rotierender Personaleinsatz

    -        Anpassung der Öffnungszeiten an das zur Verfügung stehende Personal

     

    Weitere Informationen:

    Merle Pisarz

    Tel. 0160 / 908 949 75

    E-Mail: merle.pisarz@verdi.de