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    Rathaus-Umzingelung in München / Der Streik im Sozial- und Erziehungsdienst …

    Es bewegt sich was, das Angebot ist aber unzumutbar

    Rathaus-Umzingelung in München / Der Streik im Sozial- und Erziehungsdienst geht weiter

    29.05.2015

    Die Zahl war schwer zu schätzen, aber am Ende dürften es 2.000-2.500 gewesen sein, die heute eine Menschenkette rund ums Münchner Rathaus gebildet haben. Teilweise standen die Teilnehmerinnen in Dreier- und sogar in Vierer-Gruppen nebeneinander. Die meisten von Ihnen waren streikende Sozialpädagogen, Heilpädagogen, Kindheitspflegerinnen, Erzieherinnen und Kita-Leitungen. Sie haben mit der Rathaus-Umzingelung ihren Unmut über das völlig unzureichende Angebot der kommunalen Arbeitgeber zum Ausdruck gebracht.

    Unter den Protestierern waren aber auch viele Eltern mit Kindern zu sehen. Die Gewerkschaft ver.di bedankt sich ausdrücklich bei den vielen Mütter und Vätern, die hinter den Forderungen der Streikenden stehen.

    Erstes Angebot der Arbeitgeber

    Die Mitgliederversammlung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) sieht sich nach drei Wochen Streik offenbar unter Druck und hat in ihrer Mitgliederversammlung am 28.05.2015 in Frankfurt beschlossen, überhaupt mal ein Angebot vorzulegen. Dieses beinhaltet aber nur die unzureichenden „Verbesserungsvorschläge“, die die Arbeitgeber bereits am 21. April 2015 vorgelegt haben. Das war damals für ver.di Grund genug, das Scheitern der Verhandlungen zu erklären. In der Urabstimmung haben sich 93,44 % der ver.di-Mitglieder für den Streik entschieden.

    Jetzt legte die VKA die gleichen Vorschläge als offizielles Angebot vor. Da ist ein erstes positives Zeichen. Obwohl der Inhalt des Angebots einer Provokation nahekommt. Es beinhaltet in keinster Weise eine Aufwertung der Berufe im Sozialdienst und der Berufe im Erziehungsdienst. Wertschätzung sieht anders aus!

    Für Sozialarbeiterinnen, Sozialpädagoginnen und Heilpädagoginnen sowie für die Beschäftigten in den Werkstätten für behinderte Menschen lehnt die VKA jegliche Verbesserung ab.

    Die von der VKA jetzt angebotene „Verbesserung“ für Erzieherinnen würde lediglich zu Erhöhungen zwischen 27 und 39 Euro monatlich brutto führen. Und es würden nur ganz wenige Beschäftigte davon profitieren können. Gleichzeitig bestünde die Gefahr, dass die heute bereits besser eingruppierten Erzieherinnen herabgruppiert werden könnten. Das ist das Gegenteil von Aufwertung.

    Die Arbeitgeber-Vorschläge für Kita-Leitungen gelten nur für die wenigen kleinen Einrichtungen. Die Leitungen von mittleren und großen Kitas werden explizit ausgeschlossen.

    Arbeitgeber fordern Aussetzen des Streiks

    Mit ihrem unzumutbaren Angebot haben die Arbeitgeber gleich noch eine Provokation ausgesprochen. Sie schreiben in ihrem Brief an den ver.di-Vorsitzenden wörtlich: „Wir erwarten, dass die laufenden Streiks angesichts unseres Verhandlungsangebots ausgesetzt werden.“

    Die Antwort von ver.di: Der Streik geht ohne Unterbrechung weiter

    Nach diesem unzureichenden Angebot gibt es für ver.di nur eine klare Antwort: Der Streik geht ohne Unterbrechung auch in der zweiten Ferienwoche weiter. Und zwar so lange, bis wir ein annehmbares Ergebnis haben.

    ver.di lädt trotzdem zu einem Spitzengespräch am 01.06.2015 ein

    Um nichts unversucht zu lassen, hat der ver.di-Bundesvorsitzende die Spitze der VKA für Montag, 01.06.2015 zu einem Spitzengespräch nach Berlin eingeladen. In so einem Spitzengespräch ist es leichter, eine Lösung auszuloten.

    Statement Heinrich Birner, ver.di-Geschäftsführer für München & Region

    „Das Angebot, so wie es vorgelegt worden ist, ist zwar eine Zumutung. Ich hoffe aber, dass es nur aus taktischen Gründen so niedrig gehalten worden ist und dass in der nächsten Verhandlungsrunde ein Angebot zur Aufwertung aller sozialen und erzieherischen Berufe vorgelegt wird. Falls nein ist Ende dieses Streiks nicht absehbar.“

    Pressekontakt

    Merle Pisarz

    Tel. 0160 / 908 949 75

    Heinrich Birner

    Tel. 0170 / 574 90 02