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    2.000 streiken für Tarifvertrag zum betrieblichen Gesundheitsschutz

    2.000 streiken für Tarifvertrag zum betrieblichen Gesundheitsschutz

    Gesundheitsförderung ein unterschätztes Thema 06.05.2009

    Viele Beschäftigte in Kinderbetreuungseinrichtungen klagen über Rückenbeschwerden oder haben schon einen Bandscheibenvorfall hinter sich. Die Arbeit von Erzieherinnen, bzw. einer Kinderpflegerinnen ist davon gekennzeichnet, dass sie viel in gebückter Haltung arbeiten, auf kleinen Stühlen oder gar am Boden sitzen. Besonders in Kinderkrippen müssen die Kleinen viel hoch gehoben werden. Problematisch ist auch die Lärmbelastung. Messungen in Kindertagesstätten haben eine Lärmbelastung von 117 Dezibel ergeben. Das entspricht der Lautstärke eines Düsenflugzeugs, das in 100 Metern Entfernung startet.

    Über die Hälfte der städtischen Einrichtungen der Kinderbetreuung und der Jugendhilfe blieben am heutigen Streiktag geschlossen. Stattdessen versammelten sich die Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen, Heilpädagoginnen und Sozialpädagoginnen im Eine-Welt-Haus in München um sich in die Streiklisten einzutragen. In einem Demonstrationszug zogen sie dann zum Münchner Karlsplatz (Stachus) um lautstark und mit eigenen Liedern ihre Forderungen zu formulieren. Ein selbst getexteter Refrain frei nach dem Oktoberfestohrwurm „Hey Baby“ lautete „Hey, Arbeitgeber uh, ah / g´sund woll´n mer blei´m oh oh / viele Jahre noch!

    Kinderpflegerinnen und Erzieherinnen fordern auch mehr gesellschaftliche Wertschätzung ihrer pädagogischen und erzieherischen Tätigkeiten. Sie seien nicht die Basteltanten der Nation, sondern hätten einen gesetzlichen Bildungsauftrag zu erfüllen.

    Unabhängig von der Frage des Gesundheitsschutzes, geht es in weiteren Tarifverhandlungen auch um die materielle Wertschätzung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. ver.di fordert eine höhere Einstufung im Gehaltsgefüge des öffentlichen Dienstes. So soll beispielsweise eine Erzieherin nach fünf Jahren Ausbildung nicht mehr mit 2.130,33 Euro anfangen müssen, sondern beim Einstieg 2.480,09 Euro verdienen. Hierzu führt ver.di in den nächsten Tagen eine Mitgliederbefragung durch.

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