Betriebsgruppe Sozialreferat

    Die S14 TVöD für ALLE BezirkssozialarbeiterInnen ist wieder da!

    Die S14 TVöD für ALLE BezirkssozialarbeiterInnen ist wieder da!

    München, den 04.04.2018

    Geschafft - unsere Solidarität hat sich gelohnt!

    Aus den Fehlern sollten Politik und stadtinterne EntscheiderInnen allerdings lernen

    Das Personal- und Organisationsreferat (POR) der Landeshauptstadt München hat auf den Druck der ver.di Betriebsgruppe Sozialreferat und der Personalvertretungen eingelenkt. Bis Ende 2018, so die Zusicherung, werden alle neu eingestellten BezirkssozialarbeiterInnen (BSA) tarifkonform in die S14 TVöD eingruppiert. So können im Jahr 2018 ca. 60 bis 80 neue KollegInnen mit tarifgerechter Eingruppierung in den Münchner Sozialbürgerhäusern und der BSA vom Wohnungsamt München ihren Dienst antreten. Alles andere hätte keinen Bestand gehabt, da waren sich ver.di1 und die Personalvertretungen von Beginn an sicher. Anfang März 2018 widersprach die örtliche Personalvertretung Sozialbereich den ersten ihr vorgelegten Einstellungsverfügungen, die auf der S12 TVöD plus Zulage ausgestellt waren. Das Vorgehen des POR beruhte auf der Annahme, dass aufgrund des 2-Dienste-Modells, welches ca. im Jahr 2020 in München eingeführt werden soll, nicht mehr so viele Beschäftigte in der S14 einzugruppieren sind. Was das POR negierte und in keinster Weise berücksichtigte, war das bis dato fehlende Konzept zur Umsetzung der 2-Dienste und das gemeinsame Entwickeln von Lösungsansätzen im Interesse der Beschäftigten, und dies alles ohne zeitliche Not. Bis zu letzt beharrte das POR auf seinem Vorgehen. Die Beschäftigten der BSA und solidarische KollegInnen sprachen sich mittels einer von der ver.di Betriebsgruppe initiierten Unterschriftenlisten2 gegen das Vorgehen des PORs aus. Die 288 Unterschriften, die innerhalb einer Arbeitswoche gesammelt wurden, konnten am 23.4.2018 dem Oberbürgermeister überreicht werden. Am 27.3. lenkte das POR schließlich ein und teilte dem Sozialreferat das neue Vorgehen mit.

    Wir freuen uns auf unsere neuen KollegInnen, wir danken den UnterstützerInnen der Unterschriftenkampagne und ganz besonders den Personalvertretungen, die an diesem Punkt Standhaftigkeit gezeigt haben! Gerade bei der Vielzahl an offenen Stellen und der hohen Fluktuation gehört Mut und Überzeugung dazu, dass es sich lohnt für die tariflichen Rechte einzutreten und in den betrieblichen Belangen solidarisch zu sein. Dies alles hat im aktuellen Fall wirklich sehr gut geklappt, stärkt uns als Beschäftigte und macht Hoffnung. Denn die Herausforderungen bleiben! Und damit auch die Notwendigkeit sich weiter zu engagieren und in der Gewerkschaft zu organisieren. Die Beschäftigten im Sozialreferat sind schließlich seit Jahren unter anderem von politischen Top-Down-Entscheidungen und Umstrukturierungen Leid geplagt. Wir brauchen wie jetzt bei der Erarbeitung des 2-Dienste-Modells mehr Beteiligung an Entscheidungsprozessen, ein vernünftiges von allen getragenes Personalkonzept und Kontinuität in den Arbeitsvorgängen, um auch weiterhin gute Soziale Arbeit für die Münchner Bürgerinnen und Bürger bieten zu können.

    Ein ähnliches Bild wie bei der Thematik „S12 plus Zulage“ zeichnet sich bei der Einführung des dienstherreneigenen Dualen-Studiengang Soziale Arbeit bei der Landeshauptstadt ab3. Ausschlaggebend diesen einzuführen war es dem Fachkräftemangel zu begegnen. Die Beschlussvorlage wurde vom POR Mitte 2017 in den Stadtrat eingebracht. Das POR zeigt wenig Gespür für die Belange der Sozialen Arbeit, auch hier wurden keine offenen Gespräche mit den KollegInnen, den eigentlichen ExpertInnen geführt. Der Beschluss vom POR zum Dualen Studium wirkt wie eine simple Blaupause zu den bestehenden Dualen-Studiengängen bei der Landeshauptstadt. Was Soziale Arbeit als Duales-Studium bei der LHM an wissenschaftlichen Rahmenbedingungen, fachlichen Werten und Normen benötigt, scheint egal zu sein. Gut gemeint ist somit noch lange nicht gut gemacht.

    Wir sind es satt, der Spielball der Politik zu sein und als Manövriermasse hin- und hergeschoben zu werden. Der Stadtrat und die beteiligten stadtinternen EntscheidungsträgerInnen müssen Entscheidungen treffen, die durchdacht und transparent sind und den Interessen der Beschäftigten und den AdressatInnen dienen. Transparente Aushandlungsprozesse zwischen den Beschäftigten und den EntscheidungsträgerInnen müssen in Zukunft Einzug halten.

    Wir haben uns gegen die „S12 plus Zulage“ gewehrt, um nicht abgewertet zu werden. Wir haben den Kampf an dieser Stelle vorerst gewonnen, aber es war ein reiner Abwehrkampf, nicht mehr aber auch nicht weniger. Das Ziel der Aufwertung Sozialer Berufe ist weiterhin so aktuell wie eh und je.


    Die SprecherInnen der ver.di Betriebsgruppe Sozialreferat München
    Angelika Thaler, Robert Binder und Philipp Heinze


    Website der Betriebsgruppe: http://muenchen.verdi.de/branchen/gemeinden/sozialreferat

    Kontakt: verdi.sozialreferat@mail.de

    Mitglied werden: https://www.verdi.de/++file++53a2c8e6bdf98d3eaf00010f/download/Beitrittserklaerung.pdf


    Fußnoten:
    zu 1) Offener Brief ver.di BG Sozialreferat vom 28.9.2017 http://muenchen.verdi.de/++file++59e0e804e58deb05058586fb/download/verdi Brief Umstrukturierung BSA VMS FhV.pdf

    zu 2) Unterschriftenkampagne an den Oberbürgermeister: http://muenchen.verdi.de/branchen/gemeinden/sozialreferat/++co++86c245e0-2635-11e8-9d2f-525400940f89

    zu 3) - Der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS) München hat zum Dualen-Studium Soziale Arbeit bei der LHM einige Veröffentlichungen: http://www.aks-muenchen.de/2018/01/duales-studium-soziale-arbeit-bei-der-lhm-stellungnahme/

    - Ebenso die Hamburger KollegInnen von ver.di, den Hochschulen und der LAG ASD zu ähnlichen Plänen in der Hansestadt: https://www.fsr-basababe.de/aktuelles/dualer-studiengang-soziale-arbeit/weitere-stellungnahmen/

     

     

    Unterschriftenübergabe der ver.di BG Sozialreferat LHM an OB Dieter Reiter - 22.3.2018. S14 TVöD für alle BezirkssozialarbeiterInnen! verdi BG Sozialreferat München S14 für ALLE BezirkssozialarbeiterInnen  – Unterschriftenübergabe der ver.di BG Sozialreferat LHM an OB Dieter Reiter - 22.3.2018.