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    Reisebranche: Endlich neuer Gehaltstarifvertrag

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    Reisebranche: Endlich neuer Gehaltstarifvertrag

    Nach über 4,5 Jahren Stillstand haben sich ver.di und die DRV-Tarifgemeinschaft (DRV-T) auf eine Erhöhung der Gehälter und der Vergütung für Auszubildende verständigt. Die tarifliche Einigung, die rückwirkend zum 1. Mai 2015 in Kraft tritt, sieht folgendes vor:

    Im Veranstalterbereich werden die Vergütungen auf der Basis der Gehaltstabelle des Jahres 2010 um 7,85 Prozent erhöht. Im Vertriebsbereich werden die Vergütungen auf der Basis der Gehaltstabelle des Jahres 2010 um 4 Prozent fix und um 2 Prozent variabel erhöht. Allerdings kommen letztere 2 Prozent nur dann zur Auszahlung, wenn sich die Tarifvertragsparteien bis Ende Oktober 2015 über die Ausgestaltung dieser variablen Vergütung verständigen können. Bei den Auszubildenden ist die Unterscheidung in alte und neue Bundesländer (endlich) Vergangenheit. Auf der Basis der Tabelle West erhalten alle Auszubildenden 75 Euro brutto monatlich mehr. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt sechs Monate.

    Die ver.di-Tarifkommission hat dem Verhandlungsergebnis mit großer Mehrheit zugestimmt. Damit erhalten (fast) alle Beschäftigten, auch wenn die zwischenzeitlich erfolgten freiwilligen Zulagen verrechnet werden, mehr Geld und die Auszubildenden sogar deutlich mehr. Tarifgehälter sind rechtssicher und stehen nicht unter irgendeinem Widerrufsvorbehalt. "Freiwillige Erhöhung ist Gutsherrenart", sagt Gerd Denzel, zuständiger Fachgruppenleiter und Verhandlungsführer bei ver.di. Zudem könne der Tarifvertrag bereits zum 31. Oktober 2015 wieder gekündigt werden und dann könnten neue Erhöhungen ausgehandelt werden.

    "Die ver.di-Tarifkommission ist weit davon entfernt, diesen Tarifabschluss zu bejubeln", so Denzel, "insbesondere passt uns nicht, dass es nunmehr für die Beschäftigten im Vertrieb und beim Veranstalter unterschiedliche Gehaltstabellen gibt. Dies war aber nicht zu verhindern. Es spiegelt vielmehr die Realität in den Unternehmen seit dem Jahre 2011 wider". Dieser Tarifabschluss spiegele auch das Kräfteverhältnis zwischen Arbeitgeber- (DRV-T) und Arbeitnehmerseite (ver.di) wider. "Wir sind weder Zwerge noch Riesen", so Denzel. "Werden wir allerdings größer, können wir aus einer stärkeren Position verhandeln und bessere Ergebnisse erzielen".