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    Friseurhandwerk: Verwässerte EU-Richtlinie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz …

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    Friseurhandwerk: Verwässerte EU-Richtlinie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz unterschrieben

    Seit Jahren setzen sich Gewerkschaften und Arbeitgeber mit ihren Organisationen für eine Europäische Richtlinie zum Arbeits- und Gesundheitsschutz ein.

    Nun ist Bewegung in die Angelegenheit gekommen, aber die Sozialpartner sind bereit, einen recht hohen Preis zu zahlen, damit die Richtlinie nach zahlreichen Prüfungen von der EU Kommission akzeptiert wird: Die zentrale Regelung ist die sogenannte „Substitution“, also die Vereinbarung zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern, dass als giftig eingeschätzte Substanzen ersetzt („substituiert“) werden müssen, auch wenn diese nach den EU-Richtlinien zur Zulassung von pharmazeutischen oder kosmetischen Produkten als ungefährlich eingestuft werden.

    Nach der formal-bürokratischen Argumentation der Kommission können zugelassene Produkte nicht gefährlich sein, weil sie ja sonst nicht zugelassen wären. So weit, so schlecht. Völlig unberücksichtigt bleibt, dass der Gebrauch bestimmter gefahrloser Stoffe durchaus auf Dauer und bei hoher Intensität Belastungen und gesundheitliche Risiken auslösen kann. Nun wurde die Vereinbarung anlässlich des letzten Treffens in Brüssel Mitte Mai von Arbeitgebern und Gewerkschaften unterschrieben. Immerhin mit der Regelung, dass die Richtlinie auch für Selbstständige in den Salons gelten soll. Zudem wird in der Richtlinie Bezug genommen auf eine Erklärung, bei der sich die Sozialpartner darauf verpflichten, die Substitutionsregelung anzuwenden – was sie nun schon jahrelang vereinbart und erklärt haben, was allerdings keine rechtliche Wirkung entfaltet.

    Nun wird in einem weiteren Prüfschritt die Repräsentativität der beteiligten Sozialpartner überprüft und dann könnte vielleicht Anfang 2017 die Richtlinie in Kraft treten.