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    Ein TÜV - ein Tarif!

    TÜV Süd

    Ein TÜV - ein Tarif!

    Ein TÜV - ein Tarif! ver.di Ein TÜV - ein Tarif!  – Aufruf zum Solidaritätsstreik

    Aufruf zum Solidaritätsstreik an alle nicht tarifgebundenen Beschäftigten im TÜV SÜD Konzern

    Nach 5 Verhandlungsrunden ist in diesem Tarifkonflikt kein Ende in Sicht. Die Arbeitgeberseite besteht auf einer Spaltung der Belegschaft durch unterschiedliche Tariferhöhungen. Die Beschäftigten der Auto Service GmbH und der Life Service GmbH sollen von der Gehaltsentwicklung des übrigen Konzerns abgekoppelt und schlechter gestellt werden.

    In der 4. Verhandlungsrunde hat uns die Arbeitgeberseite das erste und bisher einzige Angebot vorgelegt: Für die Beschäftigten der Auto Service GmbH und der Life Service GmbH
    1 % Vergütungserhöhung ab 01.01.2016 und nochmal 1 % ab 01.01.2017. Für alle anderen tarifgebundenen Beschäftigten 1,4 % ab 01.01.2016 und nochmal 1,4 % ab 01.01.2017 – Laufzeit 24 Monate (bis 31.12.2017).

    Unsere Forderung: Erhöhung der Tabellenwerte des VTV und TV-Alt ab 01.01.2016 um 5,5% bei einer Laufzeit von 12 Monaten, vor allem: Keine unterschiedlichen Vergütungen in den Konzerngesellschaften: EIN TÜV – EIN TARIF!

    Angesichts dieser Verweigerungshaltung sind alle Beschäftigten und Auszubildenden aufgerufen unsere Forderungen jetzt aktiv zu unterstützen. Wir müssen den Arbeitgebern zeigen, dass wir zusammen stehen und entschlossen für unsere Forderung und den Erhalt einer einheitlichen Vergütungstabelle kämpfen!

    Wir fordern die nicht tarifgebundenen Beschäftigten in allen Konzerngesellschaften auf, sich mit den tarifgebundenen Beschäftigten zu solidarisieren und sie dadurch bei der Durchsetzung ihrer Forderungen zu unterstützten.

    Wir rufen alle nicht tarifgebundenen Beschäftigten der TÜV SÜD AG zu einem ganztägigen Solidaritätsstreik und gemeinsamer Demo in München am Mittwoch, 13. April 2016 auf.

    Ablauf: Bis 10.30 Uhr gemeinsamer Treffpunkt aller Streikenden in München zur Streikgelderfassung und Streikfrühstück Gewerkschaftshaus München, Schwanthalerstr. 64, 80336 München 11.00 Uhr: Demo zur Konzernzentrale
    12.00 Uhr: Ende, Rückfahrt und Freizeit für den Rest des Tages

    Solidarität über die Betriebsgrenzen hinaus Solidaritätsstreiks
    Streikrecht ist Grundrecht
    Solidarität mit streikenden und ausgesperrten Kolleginnen und Kollegen ist für diese besonders wertvoll und unterstützend!

    Solidaritätsstreik sind zulässig und von der Streikgarantie des Art. 9 Abs. 3 GG gedeckt. Mit einem Solidaritätsstreik wird der Druck auf den im Hauptstreik beteiligten Arbeitgeber oder Arbeitgeberverband zur Durchsetzung der Forderungen im Hauptstreik erhöht und unterstützt. Das Bundesarbeitsgericht stellte bereits im Urteil vom 05.03.1985 – 1 AZR 468/83 klar: Solidaritätsstreiks gegen Dritte, nicht unmittelbar an der Tarifrunde beteiligte Arbeitgeber zur Unterstützung des Hauptarbeitskampfes sind in bestimmten Fällen zulässig!

    Die Rechtmäßigkeit von Unterstützungs-streiks hat das BAG seit dem bestätigt (BAG 19.6.2007, NZA 2007, 1055).
    Alles rechtens!

    Wer an einem durch die Gewerkschaft ver.di ausgerufenen (Solidaritäts-)Streik teilnimmt, handelt seinerseits rechtmäßig und kann nicht arbeitsrechtlich belangt werden! Nach der Rechtsprechung trägt ein durch die Gewerkschaft ausgerufener Streik die „Vermutung der Rechtmäßigkeit in sich“.
    Anhand der folgenden, ausdrücklich nicht abschließenden Aufzählung von Beispielen, erklärt das Bundesarbeitsgericht Solidaritätsstreiks für rechtmäßig:

    • Wenn der Arbeitgeber zuvor seine Neutralität im Hauptarbeitskampf verletzt hat, z. B. durch Übernahme von Streikbrucharbeiten oder durch Produktionsverlagerung.
    • Wenn der Arbeitgeber zwar rechtlich selbstständig, wirtschaftlich gesehen aber wie ein Betriebsteil des im Arbeitskampf befindlichen Unternehmens ist.
    • Wenn die wirtschaftliche Verbindung so eng ist, dass es sich um ein und denselben sozialen Gegenspieler handelt, der Arbeitgeber also nicht als außenstehender Dritter angesehen werden kann wenn zum Haupt- und Solidaritätsstreik dieselbe Gewerkschaft aufruft.