Rostfrei

    Pflege, Pflegeheim und oiß was dazua g´hört – am Bestn is, ma …

    Pflege, Pflegeheim und oiß was dazua g´hört – am Bestn is, ma brauchts ned!

    Beim letzten Stammtisch von de ehemaligen Backlzuasteller vo Aschheim is ma aufgfoin, dass da Huaba Sepp, jetzt scho des dritte oder vierte Moi fehlt. I hob bei meine Spezln nachgfragt, ob  de was wissen und oana hod gmoant, da Vadda vo eam sei ziemle krank und jetzad woi a pflegebedürftig und da Sepp und sei Frau warn grod dabei dass sa se um de Unterbringung im Pflegeheim kümmern. Und so san ma ins diskutiern über Pflege und oiß wos dazuaghört kemma. Des is fei koa lustig´s Thema hamma festgstellt. Ois Gag hod oana no eigworfa, behandelts Eure Kinda guad, denn de suacha amoi s´Pflegeheim aus. Er hod wahrscheinle ned ganz unrecht.

    Ogfangt bei der Schwierigkeit überhaupt an passenden Pflegeplatz zum find´n, geht´s mit de Kosten weida, bis hi zum Kinderunterhalt, der im ungünstigstn Foi a no zum Tragen kummt. Es is doch eigentlich a Schand, dass de meist Leid a mid a recht guade Pensionen oda Renten nimma in da Lage san des zum finanziern und auf´d Wohlfahrt wie ma bei uns sogt, ogwiesn san. Und wer den Formularkriag scho amoi durchgmacht hod woas, des is koa Gspaß.

    Bei allem Verständnis für de Kostn von so am Heim und dass a de Pflegekräfte vui bessa zoid wern soitn, is de Höhe von de Pflegesätze meistns nimma nachvollziehbar.

    Wenn dann wenigstens de Personalausstattung so waar, dass ma von a menschlichen und regelmässign ausreichenden Zuwendung für de Leid im Heim ausgeh kannt, dad i des ja no versteh. Aba de Pflegerinnen und Pleger hetzn nur no von Oam zum Andern; es reicht oft ned ammoi gscheid zum füttern; von am herzlichen Gespräch amoi ganz abg´segn. De Bemessung von de Pflegekräfte ist meist so oglegt, dass wenns amoi bei Oam a bißl länger bleibm, de Zeit beim Nächstn wieda reigs- part wern muaß. Muaß des wirklich so sei? Ohne de Mithilfe von de Angehörigen, de ma inzwischen scho ois selbstverständlich voraussetzt, warn viele Betroffene wia ma in Bayern sagt, verratzt.

    De Zornesröte treibsts ma außerdem ins G´sicht, wenn ma woass, dass heitzdog jeda mit dem Nachweis von oana entsprechenden Fachkraft de Lizenz zum Betreibn vo so am Heim kriagn ko. Qualitätsüberprüfunga finden nur auf Ansage statt und a schlechte Bewertung in da Pflege lasst se übertriebn g´sogt, mid a Spitzenspeisekartn oda am tollen Aufenthaltsraum wieda ausgleicha.

    Guade Pflege kost a Geld, des is klar und eigentlich soitn de Pflegekräfte deutlich mehra verdiena ois des normalaweise da Foi is. Warum aber jede gesetzliche Erhöhung bei de Leistunga in da Re- gel sofort wieda zu höhere Heimkosten bzw. Ei- genanteile führ´n muaß, hod mir bisher no koana erklärn kenna. Und des guit sowohl für die öffentlichen Wohlfahrtsträger ois a für de Privaten.

    Wenn i unsan Gesetzgeber richtig versteh, soin de erhöhten Leistungen in erster Linie Verbesserungen in da Pflege, beim Personalschlüssel und da Ausstattung bringa. De Praxis schaut aber ganz anders aus. Do kunnt ma dann schon ins Grübeln kumma, wo des Geld bleibt und warum de privaten Betreiber von Pflegeheime allawei mehra wern.

    Mia san dann alle recht staad vom Stammtisch hoamganga, weil ganz ko ma des Thema ned von sich wegschieam, es kummt imma näher. Aba oans war uns klar, es werd Zeid, dass ma uns no vui mehra zsamma dann und Druck macha, dass se do wos ändert. Es muaß doch no irgendwas anders gebn für unserne Politiker, ois um Flüchtlingspolitik zum streitn oder dauernd Banken zum retten.


    Eurer ziemlich nachdenklicher, zorniger, zum Glück no ned pflegebedürftiger Hieronimus Türrigel, ehemaliger Backlposdla aus Aschheim