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    Digitalisierung der Arbeitswelt

    Digitalisierung der Arbeitswelt

    Junger Crowdworker sitzt im Café CC0 Konkurrenz im Café: Obwohl er scheinbar selbstständig arbeitet, konkurriert er mit Millionen anderen auf sogenannten Crowdworking-Plattformen.

    von Claudia Weber

    Die digitale Revolution: Viele Studien, Veranstaltungen und Kommissionen befassen sich mit diesem Thema. Der Einsatz von Computern und Digitalisierung verändern unsere Arbeitswelt. In der Osborn Studie wurden die Auswirkungen der Digitalisierung für 700 Berufe in der USA analysiert. Als Fazit wird prognostiziert, dass 50 Prozent aller Jobs in den nächsten zwei Jahrzehnten gefährdet seien.

    Ob diese Prognose nun eintrifft oder nicht, das ist nicht belegt. Fakt ist die Digitalisierung hat schon in vielen Bereichen der Arbeitswelt ihre Spuren hinterlassen. Wie etwa beim Online Banking, das die Filialstrukturen der Banken immer mehr reduziert hat oder der digitale Versand, der den stationären Handel in vielen Bereichen verdrängt. Zudem wurden mit der Einführung des Barcodes oder der RFID (Funkchip) Technik die Voraussetzung für leistungsfähige Paketsortieranlagen geschaffen. Ermöglicht wurden dadurch auch weitere Zusatzleistungen, wie die Steuerung und Überwachung des Material- und Warenflusses oder die Verfolgung des Pakets bis zum Endverbraucher. Gleichzeitig hat sich die Robotertechnik weiter entwickelt und vollautomatisierte Kleinlager kommen bereits zum Einsatz. Digitalisierung und Vernetzung sind in vielen Bereichen Alltag geworden. Zu den Auswirkungen der Digitalisierung belegt eine aktuelle Studie der Barmer GEK, dass höhere Belastungen durch die ständig wechselnden Anforderungen und einer zunehmenden Verlängerung der Arbeitszeit entstehen. Nach der Studie äußerten vor allem jüngere Berufstätige die Sorge ihren Arbeitsplatz durch Digitalisierung zu verlieren.

    Mit der Digitalisierung sind auch neue Arbeitsformen wie das Crowdworking entstanden: Auf digitalen Plattformen im Internet werden bestimmte Arbeitsvorgänge bzw. Aufträge ausgeschrieben und der Auftragnehmer kann sich auf diesen Job bewerben. Der Auftraggeber sucht sich dann das beste Angebot heraus. Der Auftragnehmer wird für diesen Auftrag bezahlt. Einen festen Arbeitsvertrag oder Sozialversicherungsbeiträge gibt es dafür nicht.

    Diese neuen Arbeitsformen stellen nochmal eine Verschärfung der heutigen prekären Beschäftigungsverhältnisse da. Gleiches gilt für die Arbeitszeit. Mit der technischen Entwicklung ist ein Arbeiten unabhängig von Raum und Zeit möglich geworden. Arbeiten rund um die Uhr ist die neue Devise. Nach Eurostat wird in Deutschland durchschnittlich 41,5 Stunden in der Woche gearbeitet. Feste Arbeitszeiten werden verwässert mit neuen Formen der Arbeitszeitflexibilisierung, wie beispielsweise der Vertrauensarbeitszeit. Von der 35 Stunden Woche haben wir uns weit entfernt, auch wenn sie in einigen Bereichen noch tariflich vereinbart ist. Wenn durch die Digitalisierung Arbeitsplätze wegfallen, ist jetzt die richtige Zeit wieder eine Diskussion um eine Arbeitszeitverkürzung zur führen. Denn wem nützt eine vollautomatisierte Produktion von Waren oder die Digitalisierung von Dienstleistungen, wenn am Ende die große Masse nicht mehr da ist, die die Dienstleistungen in Anspruch nimmt oder die produzierten Güter kauft. Es ist an der Zeit die Arbeit so zu gestalten, dass sie auch in Zukunft ein auskömmliches Leben sichern kann. Eine Arbeitszeitverkürzung könnte dazu einen erheblichen Beitrag leisten.