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    Zweitägiger Warnstreik und Menschenkette bei G&D

    Giesecke&Devrient

    Zweitägiger Warnstreik und Menschenkette bei G&D

    Die Gewerkschaft ver.di hat am Donnerstag, den 12.03.2015, zu einem 2-tägigen Warnstreik bei Giesecke & Devrient in München aufgerufen. Am Freitag, den 13.03.2015, protestierten rund 350 Beschäftigte von 09:00 bis 11:00 Uhr mit einer Menschenkette vor dem Firmengebäude in der Münchner Prinzregentenstraße gegen den angekündigten radikalen Arbeitsplatzabbau. Neben Streikenden haben sich auch viele Angestellte beteiligt, die dafür Freizeit genommen haben.

     

    Während der Aktion haben mehrere Teilnehmer die von der Passauer Autobahn einfahrenden Fahrzeuge um Solidaritätsbekundung durch Betätigung der Hupe gebeten (Bilder 12 bis 14). Der Zuspruch war groß und laut – zur Freude aller Teilnehmer (Bild 15).

    Im Februar war bereits 2 Tage lang vor allem der Banknotendruck und die Chipkartenpersonalisierung bestreikt worden, aber nach wie vor weigert sich die Geschäftsführung, mit ver.di Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag aufzunehmen. Sie verweist auf die gesetzlich vorgeschriebenen Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und Sozialplan.

    Auf einer Betriebsversammlung am Dienstag, 10.03.2015, musste man jedoch ganz den Eindruck gewinnen, dass die Geschäftsführung auch mit dem Betriebsrat nicht wirklich verhandeln will, schon gar nicht über den erschreckenden und überraschenden Umfang des Arbeitsplatzabbaus. „Augen zu und durch“ ist offenbar das Handlungsmotto der Geschäftsführung.

    Im Verlauf der Betriebsversammlung mit rund 900 Teilnehmern forderte der Betriebsratsvorsitzende die Anwesenden dazu auf, unter die Sitzfläche ihres Stuhles zu schauen, weil dort ein kleines Geschenk befestigt sei. Jede/r dritte fand eine rote Karte als Symbol für die zu erwartende Kündigung, die anderen fanden ein Pfeiferl. Der Betriebsratsvorsitzende bat die Menschen mit der roten Karte aufzustehen. „Es war ein herzzerreißendes Bild, das sich so ergab. Aber das gellende Pfeifkonzert der Kollegen und Kolleginnen als Meinungsäußerung gegen die beabsichtigten Entlassungen lässt hoffen, dass wir den notwendigen Druck für eine Verhandlungsbereitschaft der Geschäftsführung erzeugen können“, sagt Sabine Pustet, zuständige Gewerkschaftssekretärin.