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    Protest zeigt Wirkung: IBM nimmt 150 Kündigungen zurück

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    Protest zeigt Wirkung: IBM nimmt 150 Kündigungen zurück

    Protest bei IBM in Düsseldorf am 7.7.2016 Martin Wolff Protest bei IBM in Düsseldorf am 7.7.2016

    Nachdem im September 2016 ungefähr sechshundert IBMerinnen und IBMer eine betriebsbedingte Kündigung erhalten hatten, reichten über dreihundert beim jeweils zuständigen Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage ein. Alle erstinstanzlichen Urteile der vom ver.di- und DGB-Rechtsschutz geführten Verfahren wurden gewonnen.

    Am 30. Juni kündigte die IBM nach intensiven Hintergrundgesprächen mit Wolfgang Zeiher und Bert Stach an, grundsätzlich auf Revisionen verzichten zu wollen. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen noch ein finales Angebot zum freiwilligen Ausscheiden aus dem Unternehmen erhalten und ansonsten ab dem 1. August wieder zu den alten Beschäftigungsbedingungen in ihren Business Units weiterarbeiten.

    "Das ist ein sehr gutes Signal in Richtung Beschäftigte, das von Verdi hart erkämpft wurde", sagte der für IBM zuständige Tarifsekretär Bert Stach.

    Das Vorgehen der IBM wurde immer wieder scharf kritisiert: Die ver.di- Betriebsgruppen organisierten den Protest vor Ort. Bert Stach forderte als ver.di-Konzernbetreuer für IBM: „Es wäre an der Zeit zu einem angemessenen, fairen und wertschätzendem Umgang mit allen Beschäftigten zurückzukehren und ein klares Bekenntnis zu einer Beschäftigungssicherung abzugeben!“ (IBM- Update vom 30. März 2017).

    Kündigungen hätte es schwerpunktmäßig an den Standorten Hannover und NRW gegeben, aber auch am Münchner Standort hat es Kündigungen gegeben. Der US-Konzern hatte im September etwa 600 Mitarbeitern gekündigt, 300 weitere hatten vorher einen Sozialplan akzeptiert. Von den 600 Entlassenen zog die Hälfte vor Gericht, bei vielen Verfahren zog IBM in erster Instanz den Kürzeren. Zuletzt waren noch 150 Revisionsverfahren anhängig. Laut Gewerkschaft sagte IBM diesen Ex-Mitarbeitern die Wiedereinstellung zum 1. August zu, sofern sie nicht doch noch ein finales Angebot zum Ausscheiden akzeptieren. "Unsere Kündigungsschutzklagen waren zu hundert Prozent erfolgreich", sagte Stach.