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    Klinikbeschäftigte in Dachau warnen: Patientengefährdung wegen …

    Klinikbeschäftigte in Dachau warnen: Patientengefährdung wegen Personalnot

    11.09.2017

    Beschäftigte der Krankenhäuser können wegen Überlastung nicht alle vorgeschriebenen und notwendigen Aufgaben ausführen. Darauf weist ver.di im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags „Händedesinfektion“ am Dienstag, 12. September 2017 hin. Beschäftigte der HELIOS Amperkliniken in Dachau beteiligen sich auch an dieser Aktion.

    Klinikbeschäftige aus vielen Krankenhäusern in ganz Deutschland werden an diesem Tag demonstrativ die Zeit einfordern, um sich ordnungsgemäß die Hände desinfizieren zu können. „Wir machen damit am Beispiel der Händedesinfektion deutlich: Wenn die Pflegekräfte überlastet sind, bleibt etwas auf der Strecke“, erläutert ver.di-Sekretär Christian Reischl. „Das kann die Sicherheit der Patientinnen und Patienten gefährden“.

    Nach Berechnungen auf der Grundlage der vorgegebenen Hygienevorschriften, deren Einhaltung die „Aktion Saubere Hände“ seit Jahren fordert, müssten sich die Beschäftigten der Amperklink Dachau drei Mal so oft die Hände desinfizieren, als es bislang der Fall ist. Bei 50-70 Patientenkontakten täglich würden dafür in der Dachauer Klinik bis zu 28 mehr Beschäftigte erforderlich sein.

    Hier ist der Link zu „Aktion Saubere Hände“: http://www.aktion-sauberehaende.de/ash/ash/

    Das Bundesgesundheitsministerium schätzt die Zahl behandlungsassoziierter Infektionen auf jährlich zwischen 400.000 und 600.000, die der Todesfälle auf bis zu 15.000. Eine der wichtigsten Präventionsmaßnamen ist die Desinfektion der Hände, die laut Richtlinien des Robert-Koch-Instituts vor und nach jedem Patientenkontakt 30 Sekunden dauern soll. Bis zu zwei Stunden braucht eine Pflegekraft pro Schicht für die vorgeschriebene Desinfektion. Wenn dafür die Zeit fehlt, stehen Menschenleben auf dem Spiel.

    „Wir tun alles dafür, die Menschen bestmöglich zu versorgen und zu pflegen“, betont Thomas Günnel, Betriebsrat im Dachauer Amperklinikum. Aber mit noch so viel Einsatz können wir nicht ausgleichen, dass an allen Ecken und Enden Personal fehlt. Die jetzigen Mitarbeiter/innen sind schon länger überlastet.“

    Bundesweit müsste es nach einer ver.di-Erhebung für eine sichere und gute Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon 70.000 Pflegefachkräfte. „Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die Gesundheit seiner Beschäftigten zu schützen“, betont Gewerkschafter Reischl. „Es muss genug Personal zur Verfügung stehen, damit Patienten gesund und Pflegekräfte nicht selbst krank werden.“

    ver.di fordert verbindliche Personalvorgaben per Gesetz, die für alle Krankenhausbereiche gelten sollen. Die Bundesregierung hat Personaluntergrenzen für sogenannte pflegesensitive Bereiche auf den Weg gebracht. Aus Sicht von ver.di ist Pflege immer sensitiv. Die Personalausstattung müsse sich am konkreten Pflegebedarf der Patienten orientieren, so die Gewerkschaft. Zugleich fordert ver.di die Klinikbetreiber auf, Verantwortung für die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu übernehmen und für Entlastung zu sorgen.

    Pressekontakt

    Christian Reischl

    Tel. 0170 / 5749023 E-Mail. christian.reischl@verdi.de