Medieninformationen

    Über 8.000 Streikende in München und am Flughafen

    Über 8.000 Streikende in München und am Flughafen

    10.04.2018
    Warnstreik im ÖD am 10.04.2018 ver.di München 180410 Warnstreik ÖD

    Es war wohl der längste Demonstrationszug in der Geschichte von ver.di München & Region. Über 7.500 Streikende aus den verschiedensten Bereichen der öffentlichen Dienste zogen durch Münchens Straßen. Darunter auch rund 1.500 Streikende, die extra aus dem Allgäu, aus Schwaben, Oberbayern und teilweise aus der Oberpfalz angereist waren. Die Abschlusskundgebung fand auf dem völlig überfüllten Münchner Marienplatz statt.

    Auch auf dem Münchner Flughafen haben rund 500 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt und auf der Freifläche zwischen Terminal 1 und Terminal 2 demonstriert.

    Statement Norbert Flach, stv. ver.di-Landesleiter Bayern

    Norbert Flach rief auf der Bühne den Streikenden zu: „Es ist unanständig, von den Beschäftigten einerseits gute und engagierte Dienstleistungen zu erwarten und sie andererseits so schlecht zu bezahlen, dass sie kaum ihren Lebensunterhalt bezahlen können.“

    Statement Heinrich Birner, ver.di-Geschäftsführer München & Region

    Heinrich Birner hat auf der Bühne abstimmen lassen, ob die Bereitschaft besteht, notfalls erneut die Arbeit niederzulegen. „Das einstimmige Votum und die spürbare Entschlossenheit sind ein sehr gutes Signal. Ich rate den Arbeitgebern, es in der dritten Verhandlungsrunde nicht auf die Spitze zu treiben.“

    Streikauswirkungen in ausgewählten Bereichen

    Auf dem Münchner Flughafen wurden alleine 280 Flüge der Deutschen Lufthansa storniert.

    Von den ca. 450 Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt München waren deutlich mehr als die Hälfte geschlossen.

    Im städtischen Klinikum Bogenhausen waren sechs OP-Säle und im Klinikum Neuperlach vier OP-Säle streikbedingt geschlossen. Gefahr für Leib und Leben bestand nicht, da die betrieblichen Streikleiter vorher eine Mindestbesetzung der Notaufnahmen und der OP-Säle vereinbart hatten.

    Alle Münchner Wertstoffhöfe des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWM) blieben den ganzen Tag über geschlossen. Nur rund 10 % der Mülltonnen wurden an dem Tag geleert.

    Die Abendvorstellung der Münchner Kammerspiele wurde ersatzlos abgesagt.

    Vier der von den Stadtwerken betriebenen Bäder, Dantebad, Volksbad, Nordbad und Forstenrieder Bad konnten nicht öffnen.

    Die Kfz-Zulassungsstellen in Freising und Erding waren nicht besetzt.

    Streikbrecherprämie SGM / Geschäftsführung muss ersetzt werden

    Die Geschäftsführer der Sicherheitsgesellschaft Flughafen München GmbH (SGM), Herr Fieder Jooß und Herr Dr. Gerhard Ott, haben per schriftlicher Information Streikbrechern den doppelten Lohn für die Streikzeit angeboten. Und um der Dreistigkeit noch einen draufzusetzen, sollen die Streikbrecher noch einen steuerfreien Tankgutschein über 20 Euro erhalten. Vor zwei Jahren als viele Beschäftigte nach Einführung der neuen Sprengstoffscanner erkrankt sind, haben genau diese beiden Geschäftsführer ihre Mitarbeiter im Regen stehen lassen.

    Dazu Heinrich Birner: „Die SGM ist eine 100%-Tochter des Freistaats Bayern. Ministerpräsident Markus Söder muss diese beiden Führungskräfte endlich auswechseln, wenn er will, dass das Unternehmen, das schließlich für die Passagierkontrolle zuständig ist, wieder in geordnete Fahrwasser kommt.“

    Pressekontakt

    Heinrich Birner

    Tel. 0170 / 574 90 02