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    Grenzen setzen für eine bessere Ausbildung: Protestaktion für mehr Personal und Entlastung

    ver.di ruft das Krankenhauspersonal der Amperkliniken in Dachau am Dienstag, 10. Oktober 2017 um 10 vor 10 Uhr zu einer Protestaktion auf 09.10.2017

    Am 11. Oktober 2017 findet die zweite Runde der Tarifverhandlungen bei den Amperkliniken statt. Neben der grundsätzlichen Ablehnung über einen Entlastungstarifvertrag zu verhandeln, liegt nur ein unzureichendes Angebot für eine Entgeltsteigerung vor.

    Die Personaldecke in den Amperkliniken ist so dünn, dass durch das alltägliche sogenannte „Einspringen aus dem Frei“ auch die Qualität der Ausbildung und die Arbeit der Praxisanleiter beeinträchtigt wird. Darunter leidet zunehmende die Qualität der Ausbildung. Denn vielfach werden in Dachau Auszubildenden Aufgaben zugewiesen, für die sie noch gar nicht qualifiziert sind. Und das ohne ausreichende Anleitung. „Der Personalmangel ist hausgemacht, weil die Arbeitsbedingungen immer schlechter werden“ beklagt der zuständige Gewerkschaftssekretär, Christian Reischl. Das führt auch dazu, das junge Pflegefachkräfte die Pflegbranche nach der Ausbildung verlassen. Die Forderung von ver.di die Ausbildungsvergütungen u.a. um 60 Euro im Monat zu erhöhen, hat Helios abgelehnt. Sie bieten nur 30 Euro mehr für diese anspruchsvolle Ausbildung

    Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand und Bundesfachbereichsleiterin für das Gesundheitswesen wird daher am 10. Oktober Vormittag nach Dachau kommen, um die Beschäftigen vor den Tarifverhandlungen zu unterstützen. Sie wird um 9:50 Uhr auf einer Kundgebung zu den Auszubildenden und Beschäftigten sprechen.

    „Arbeitgeber nutzen das Verantwortungsgefühl und die Kollegialität systematisch aus um Personal und Geld zu sparen“, erklärt auch Robert Hinke, Landesfachbereichsleiter und Verhandlungsführer auf Seiten von ver.di. Der reibungslose Betrieb der Krankenhäuser funktioniert nicht mehr dank der Rahmenbedingungen, sondern nur noch gegen diese. „Raubbau an der eigenen Gesundheit ist die Folge. Viele verlassen ihren Beruf ab oder flüchten in die Teilzeit. Die Krankenstände sind deutlich überdurchschnittlich. Unter diesen Bedingungen macht Arbeit im Krankenhaus krank, ist eine gute Patientenversorgung nicht mehr zu gewährleisten.“

    Getrennt von dieser Tarifbewegung setzt sich ver.di auf politischer Ebene für verbindliche Personalvorgaben per Gesetz ein. Bundesweit beteiligen sich Belegschaften an der Aktion „Grenzen setzen“. Sie verweigern das kurzfristige Einspringen und nehmen wie vorgeschrieben ihre Pausen. Damit zeigen sie, dass sie nicht länger bereit sind, die Personalnot auf Kosten der eigenen Gesundheit zu kompensieren. Nach Berechnungen der Gewerkschaft müsste es für eine gute und sichere Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon 70.000 Pflegefachkräfte. Für Bayern sieht Bayern einen Mehrbedarf an 21.000 Stellen, allein 10.000 in der Pflege.

    Pressekontakt

    Christian Reischl

    Tel. 0170 / 5749023 E-Mail. christian.reischl@verdi.de