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    MÜNCHENSTIFT und ver.di ziehen positive Bilanz - Höhere Bezahlung …

    Nach einem Jahr mit Tarif TVöDplus:

    MÜNCHENSTIFT und ver.di ziehen positive Bilanz - Höhere Bezahlung für Pflegefachkräfte ist möglich

    22.01.2018
    Münchenstift "Münchenstift" by Ze Clou Münchenstift

    Nach fast zweijährigen Tarifverhandlungen zwischen der MÜNCHENSTIFT und ver.di konnte zum 1.1.2017 das neue Tarifsystem bei der MÜNCHENSTIFT GmbH in Kraft treten.

    Das neue Tarifsystem besteht im Wesentlichen aus zwei Elementen:

    • Der sog. TVöDplus: Er gilt ausschließlich für Pflegefachkräfte und ist bisher einmalig in Deutschland, weil er ermöglicht, dass Pflegefachkräfte mit einem Einstiegsgehalt von über 3.000 Euro starten. Nach 10 Jahren gleicht sich der TVöDplus dem TVÖD an. Dies stellt eine bisher nie dagewesene Aufwertung des Pflegeberufes dar.
    • Alle Pflegefachkräfte mit einer dreijährigen Ausbildung konnten/können diesen Tarifvertrag wählen.
    • Der Tarifvertrag gilt nicht nur für Neueinstellungen. Auch alle bereits bei der MÜNCHENSTIFT beschäftigten Pflegefachkräfte konnten sich bis Mitte 2017 für den TVöDplus entscheiden, wobei es sich vor allem mit einer Beschäftigungszeit von unter zehn Jahren für die MitarbeiterInnen rechnet.
    • Die stufenweise Abschaffung des Sanierungstarifvertrages (San-TV) der seit 2004 für alle Service- und Hilfskräfte bestand. Dieser wird durch jährliche Tarifsteigerungen bis 2022 auf die Höhe des TVÖD-B gehoben und dann abgeschafft.

    Nach einem Jahr kann die MÜNCHENSTIFT GmbH und ver.di eine erfreuliche Bilanz ziehen:

    Zum 1.1.2018 haben rund 230 von 666 Pflegefachkräften bei der MÜNCHENSTIFT den neuen Tarif TVöDplus gewählt. Insgesamt 951 MitarbeiterInnen profitieren bereits von den durch die MÜNCHENSTIFT und ver.di initiierten Tarifveränderungen – das ist jeder zweite MitarbeiterIn der MÜNCHENSTIFT.

    Durch den TVöDplus hat sich somit die Situation bei den BewerberInnen deutlich verbes-sert. Die MÜNCHENSTIFT hat seitdem deutlich weniger Probleme, ausreichend Fachkräfte zu finden. Die Befürchtungen anderer Träger, diese Maßnahmen könnten zu einem vermehrten Abzug der eigenen MitarbeiterInnen führen, hat sich indes nicht bewahrheitet. – Wer sich aber sowieso neu orientiert, für den ist die MÜNCHENSTIFT nochmals deutlich attraktiver geworden. Die Zahl der Leiharbeitskräfte hat sich sehr stark reduziert von durchschnittlich 55 Leiharbeitskräften im Jahr 2016 auf ca. 5 im Jahr 2017.

    Das Grundentgelt bei einem Berufsanfänger ist somit gut 12% höher als im TVöD. Auch langjährige Pflege-Fachkräfte profitieren beim Grundentgelt immerhin noch von rund 6,4 % (bei Stufe 4, 6-jähriger Berufstätigkeit) mehr Vergütung.

    Am Beispiel eines Berufsanfängers bedeutet dies, dass dieser nach der Fachkraftausbildung im TVöDplus (Entgeltgruppe P7, Stufe 2) ein Grundentgelt von 2.957 € statt 2.636 € im TVöD erhält. Mit der hinzukommenden Pflegezulage also über 3000 Euro Einstiegsgehalt. Hinzukommen normalweise noch Schicht- und Wechselschichtzulage.

    Ein Großteil der Berufsgruppen, die unter den SanTV fallen, wurde direkt zu Beginn in den TVöD-B übergeleitet (z.B. BetreuungsassistentInnen, Präsenzkräfte, Küchenhilfen etc.).

    Für die übrigen Berufsgruppen findet die Überleitung schrittweise statt: jedes Jahr 40 Euro pro Monat mehr, bis spätestens Dezember 2022, bis der TVÖD-B erreicht ist. 299 Mitarbeite-rInnen wurden zum 01.01.2017 in den TVöD-B übergeleitet und 24 MitarbeiterInnen der Cafeterien neu in den TVöD-B eingruppiert. Etwa 250 MitarbeiterInnen im SanTV erhalten seit-dem eine monatliche Zulage in Höhe von 40 Euro.

    Siegfried Benker, Geschäftsführer MÜNCHENSTIFT: „Durch die Maßnahmen der MÜNCHENSTIFT haben wir gezeigt, dass es möglich ist, in der Pflege angemessen zu bezahlen. Und deswegen zahlen wir ohne Wenn und Aber 3000 Euro für Pflegefachkräfte.“

    „Wenn MÜNCHENSTIFT es kann, können auch andere Anbieter entsprechende Tarifverträge abschließen“, meint Christian Reischl, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär. Und weiter: „Sicherlich gehören viele Faktoren dazu, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten – aber im teuren München müssen sich Pflegekräfte das Leben in der Stadt auch leisten können“.

    Pressekontakt

    Christian Reischl

    Tel. 0170 / 5749023 E-Mail. christian.reischl@verdi.de