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    British Airways entlässt zwei Drittel seiner Mitarbeiter

    British Airways entlässt zwei Drittel seiner Mitarbeiter

    Protestaktion am Montag, 12. Dezember 2016 am Flughafen München 09.12.2016
    British Airways Maschine Curimedia PHOTOGRAPHY, Wikimedia (CC BY 2.0) Am Standort München soll nach dem Willen des Konzerns nur noch eine Airport-Managerin den gesamten Standort verwalten.

    British Airways baut in Deutschland 138 der verbleibenden 218 Arbeitsplätze ab und schließt im Frühjahr 2017 die Flughafen-Stationen München, Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg. Die Kündigungen sollen noch im Dezember 2016 ausgesprochen werden. Am Standort München sind bis auf die Airport Managerin alle 33 Mitarbeiter betroffen.

    Der Konzernzentrale in London geht es weder um Sanierung noch um Wettbewerbsfähigkeit. Britisch Airways erzielt auch in diesem Jahr wieder satte Gewinne. Das strategische Ziel der Entlassungen ist noch mehr Gewinnmaximierung.

    British Airways ist die letzte ausländische Fluggesellschaft am Flughafen München, die eigenes Personal beschäftigt. Die letzten gut bezahlten Arbeitsplätze fallen nun weg. Eine billige Handling-Gesellschaft wird die Abfertigung von British Airways zu Dumping Preisen übernehmen, die den Mitarbeitern nur einen Mindestlohn zahlt. Die Passagiere, insbesondere die Geschäftsreisenden und Vielflieger können mit Verschlechterungen im Service rechnen.

    Mit dem Gesamtbetriebsrat wird derzeit ein Interessenausgleich und Sozialplan verhandelt. Die Arbeitgeberin möchte für „rentennahe“ Mitarbeiter eine Sonderregelung vereinbaren, wonach die gekündigten Mitarbeiter nach Bezug von Arbeitslosengeld I eine vorgezogene Rente mit Abschlägen beantragen sollen. Bei den letzten Sozialplänen für die Stuttgarter Belegschaft und die deutschen Flugzeugtechniker sind die „rentennahen“ Mitarbeiter bereits leer ausgegangen und durch das Sozialplan-Raster gefallen.

    Der Münchner Betriebsrat möchte für die Belegschaft einen lokalen Sozialplan abschließen. Aber die Arbeitgeberin lehnt Verhandlungen strikt ab, weshalb der Betriebsrat beim Arbeitsgericht München die Einsetzung einer Einigungsstelle beantragt hat. Per Gerichtsurteil wurde dem Antrag des Betriebsrats stattgegeben. In München wird jetzt unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Peter Feichtinger eine lokale Einigungsstelle für einen Sozialplan eingerichtet. Die Arbeitgeberin setzt derweil den Betriebsrat massiv unter Druck. Zum Beispiel wurde per einstweiliger Verfügung erfolglos versucht, eine Betriebsversammlung zu verhindern.

    Die Gewerkschaft ver.di unterstützt das Münchner Sozialplan-Paket und steht in engem Kontakt mit dem Betriebsrat und den ver.di-Mitgliedern. Am Montag, 12. Dezember 2016, 14.00 Uhr findet vor dem British Airways Ticket Schalter im Terminal 1, Abflug B, eine ver.di Protestaktionen gegen die Massenentlassungen und die Schließung der deutschen Stationen statt.

    Pressekontakt

    Ulrich Feder
    ver.di Gewerkschaftssekretär am Flughafen München
    Telefon: 0175 / 189 04 21
    Ramin Boueshaghi
    Vorsitzender Betriebsrat British Airways München
    Telefon: 0178 / 405 22 22