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    ZARA plant Schließung der Filiale in der Münchner Kaufingerstraße

    ZARA plant Schließung der Filiale in der Münchner Kaufingerstraße

    ver.di und Betriebsräte kämpfen für den Erhalt von 100 Arbeitsplätzen 25.10.2017
    ZARA Kaufingerstraße 14 Rufus46, wikimedia (CC-BY-SA 3.0) Lässt sich durch die Immobilie einfach mehr Profit rausschlagen?

    Völlig überraschend hat das Modeunternehmen die Schließung der ersten in München eröffneten Filiale bekannt gegeben. Der Plan des Unternehmens sieht die Einstellung der Verkaufstätigkeiten zum Ende Februar 2018 vor.

    Die Schließung kommt umso überraschender in Anbetracht der Tatsachen, dass zum einen die Filiale unglaublich starke Umsätze und Erträge erwirtschaftet, der Mietvertrag noch bis 2025 läuft und im vergangenen Jahr der Belegschaft mitgeteilt wurde sich für die nächsten 5 Jahre keinerlei Sorgen machen zu müssen.

    Nach ersten Unternehmensangaben soll es eine Beschäftigungsgarantie für alle betroffenen Mitarbeiter in anderen Filialen geben. Diese Aussage halten aber sowohl ver.di als auch die Münchner Betriebsräte für eine Hinhaltetaktik um ein „friedliches Weihnachtsgeschäft“ nicht zu beeinträchtigen. Für die Arbeitnehmervertreter stellt sich nämlich die Frage wie 100 der insgesamt 500 in München Beschäftigten auf 5 andere Filialen verteilt werden sollen, ohne dass es in diesen zu einem Abbau des dort ansässigen Personals kommen soll.

    „Aus unserer Sicht möchte sich ZARA mit dieser angeblichen Garantie nur ein „Saubermann-Image“ verpassen und die Beschäftigten ruhigstellen,“ so Dominik Datz von ver.di, der den Betriebsrat unterstützt. „Schriftlich existiert noch keinerlei Garantie und uns ist auch nicht klar, wie man diese rechtlich verbindlich formulieren möchte. Die beste Garantie wäre die Filiale einfach weiterzuführen.“

    ZARA begründet die Schließung aus reinen Imagegründen. Die Filiale würde nicht mehr ins Unternehmenskonzept passen und dem Kunden optisch nicht mehr zusagen. Aussagen die von Arbeitgeberseite weder durch Kundenbefragungen oder wirtschaftliche Zahlen belegt werden können. Im Gegenteil: wirtschaftlich gehört die Filiale zu den TOP 5 von ZARA Deutschland.

    Vielmehr könnte der wahre Grund darin liegen über eine attraktive Weiter- oder Untervermietungsmöglichkeit der Immobilie anderweitige Einkünfte erzielen zu können.

    „Die Betriebsräte mit ihren Beschäftigten im Rücken werden für jeden einzelnen Arbeitsplatz kämpfen. Dem Unternehmen steht ein heißer Herbst und Winter bevor“, schildert Dominik Datz die Stimmung in den Betrieben. „Dieses Vorgehen widerspricht völlig dem Bestreben, TOP Arbeitgeber 2018 werden zu wollen. ZARA hat aus den Skandalen der letzten Monate leider keinen Millimeter gelernt.“

    Pressekontakt

    Dominik Datz

    ver.di-Gewerkschaftssekretär Tel: +49 (89) 59977 7120 Handy: +49 (89) 170 9105920 Fax: +49 (89) 59977 7129 dominik.datz@verdi.de