Medieninformationen

    Frauenarbeit der Zukunft - Zwischen Kinder- und Pflegemanagement …

    Veranstaltung am 13.11.2017

    Frauenarbeit der Zukunft - Zwischen Kinder- und Pflegemanagement sowie Mobile Office oder Care-Revolution?

    09.11.2017

    Macht die Digitalisierung Frauen arbeitslos und Erziehung und Pflege noch mehr zur Frauensache? Oder gelingt im Mobile Office 4.0 endlich die Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit für Frauen und Männer?

    „Die Einschätzungen darüber, ob auch in München überwiegend Frauenarbeitsplätze durch die Digitalisierung betroffen sind oder wegrationalisiert werden, gehen auseinander. Aber das ist kein Grund, die Entwicklung nur abzuwarten“, sagt Agnes Kottmann vom ver.di-Bezirksfrauenrat München. „Wir müssen möglichst früh Pflöcke setzen und unsere Forderungen an die Politik, die Gesetzgeber und die Tarifpolitik stellen.“

    Denn die Landeshauptstadt München mit den starken Frauenbranchen wie Gesundheit, Pflege, Erziehung, Handel, Öffentlicher Dienst, Medien könnte eine Vorreiterrolle dabei spielen, dass sich technischer Fortschritt nicht nur zu Lasten vor allem der weiblichen Beschäftigten auswirkt.

    „Es ist Augenwischerei, dass mit der Arbeit 4.0 ein Paradies für Frauen anbricht, weil Frauen im Homeoffice zum Beispiel ihr Baby stillen können, während sie gleichzeitig am PC als Crowdworkerin ihre Clicks eingeben“, erklärt Heinrich Birner, Geschäftsführer des ver.di-Bezirks München & Region. „Vielmehr brauchen wir tariflichen und gesetzlichen Schutz gegen völlig entgrenzte und flexibilisierte Arbeitszeiten, die durch Arbeit 4.0, Home- und Mobile-Office noch stärker möglich gemacht werden sollen. Zumal die Arbeitgeber die Digitalisierung nutzen wollen, um den 8-Stunden-Tag zu kippen, und das wäre ein Rückschlag auch für eine geschlechtergerechtere Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit“, so Birner weiter.

    Frauen und Männer, die sich um Kinder und die Pflege von Angehörigen kümmern, brauchen nämlich nach wie vor möglichst planbare und möglichst kurze Tagesarbeitszeiten, um die alltäglichen Anforderungen bewältigen zu können. „Für den direkten Dienst am Menschen sind Roboter eine Fehlbesetzung“, ist Bezirksfrauenrätin Kottmann überzeugt. „Kurze Vollzeit für beide Eltern oder Pflegende oder eine Arbeitszeitverkürzung für alle wäre die Lösung“, fordert sie. „Unterstützungs- bzw. Entgeltersatzleistungen für Erziehungs- und Pflegezeiten dürfen nicht alte Rollenbilder und bestehende soziale Ungleichheiten zementieren. Geld wäre genug da, auch für bessere Ganztagsbetreuung von Kindern oder bessere Pflegeheime, wenn man z.B. die Profiteure der Produktivitätsgewinne 4.0 stärker zur Kasse bitten würde.“

    Darüber diskutieren die ver.di-Frauen München & Region mit:

    Christina Schildmann:
    Leiterin des wissenschaftlichen Sekretariats der Kommission "Arbeit der Zukunft" der Hans-Böckler-Stiftung + Mitglied der Sachverständigenkommission für den Zweiten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung 2017: "Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten"

    Luise Klemens:
    Landesleiterin der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di Bayern

    Wann?

    • Montag, 13. November 2017, 17:00 -20:00 Uhr

    Wo?

    • DGB-Haus München, Schwanthaler Straße 64, Großer Saal (barrierefrei)

    Pressekontakt

    Agnes Kottmann, Tel. 0172 / 988 44 35 Heinrich Birner, Tel. 0170 / 574 90 02