ver.di Publik München

    80 sagten: „Yes, we kämm"

    80 sagten: „Yes, we kämm"

    Bunte Kampagne der Auszubildenden für einen Tarifvertrag
    Jugendliche machen Selfie vorm Kampagnenbus der Besser-Abschneiden-Kampagne ver.di Yes we kämm  – Anlaufstelle – der pinke Kampagnenbus

    Von Tanja Kirchner

    "Waschen, Schneiden, Kämpfen!" - So hieß eine der Losungen, unter der die ver.di Jugend München die Azubi-Kampagne "Besser abschneiden" im Friseurhandwerk in der Bayerischen Landeshauptstadt gestartet hat. Was genau steckt hinter dieser Kampagne? Ziel ist es, 3.000 Auszubildende in ganz Deutschland gewerkschaftlich zu organisieren, um mit dem Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Tarifverhandlungen zu treten und einen eigenen Tarifvertrag für Auszubildende zu verhandeln. Um so viele Auszubildende wie möglich über die Kampagne zu informieren, fahren Mitglieder der ver.di Jugend in einem pinkfarbenen Kampagnenbus mit der Aufschrift "Yes, we kämm" für mehrere Monate quer durch Deutschland und besuchen tausende von Auszubildenden in ihren Berufsschulen. So auch in München.

    Schild mit der Aufschrift "Städtische Berufsschule für Körperpflege" ver.di Städtische Berufsschule für Körperpflege  – Logo der Berufsschule

    Vier Tage stand der Kampagnenbus an der städtischen Berufsschule für Körperpflege. Zusammen mit Gewerkschaftssekretär/innen und Teamer/innen der ver.di Jugend München haben die Azubis ihre Rechte in der Ausbildung herausgearbeitet. Und es wurde erklärt, was eine Gewerkschaft leistet. Besonders bei dem Thema Tarifverträge, bei dem es schließlich ums Geld geht, waren die Azubis sehr interessiert.

    Aber die geringe Ausbildungsvergütung ist nicht das einzige Problem, das sie immer wieder nennen. Genau wie in allen anderen Bundesländern gehören folgende Probleme zum Ausbildungsalltag der Münchner Auszubildenden im Friseurhandwerk:

    3 Flyer der Kampagne "besser abschneiden" ver.di besser Abschneiden Flyer
    • Den meisten Azubis werden die Ausbildungsmittel (Scheren, Kämme,etc.), die teils mehrere Hundert Euro kosten, nicht von den Salons gestellt oder bezahlt.
    • Es gibt massive Verstöße bei Arbeitszeit, Urlaub und Jugendschutz. Konkret: unbezahlte Überstunden, nicht eingehaltene Ruhezeiten, das Holen aus der Freizeit, lange Übungsabende, die nicht auf die Ausbildungszeit angerechnet werden.
    • Von im Schnitt 450 Euro brutto im ersten Ausbildungsjahr lassen sich bei den hohen Lebenshaltungskosten in München weder eine Wohnung noch ein eigenständiges Leben finanzieren, während die Arbeitgeber den Gewinn einstreichen.

    Deshalb entschieden sich knapp 80 der Auszubildenden in München direkt für den Eintritt in ver.di. Sie wollen gemeinsam für höhere Ausbildungsvergütungen und mehr Anerkennung kämpfen. Motto: "Kamm on, liebe Azubis - schließt euch zusammen, denn nur gemeinsam sind wir stark für einen bundesweiten Azubitarifvertrag im Friseur/innenhandwerk! Yes, we kämm!"