Städtisches Klinikum München

    StKM Info März 2015

    Aktuell: BSD, Sanierung und Tarifvertrag

    StKM Info März 2015 ver.di München StKM Info März 2015

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    die Städtisches Klinikum München GmbH (StKM) befindet sich zweifelslos in der schwierigsten Lage seit ihrer Gründung. Die derzeitige Phase, in welcher das „Sanierungsumsetzungs-konzept“ entwickelt wird, bedeutet für die Beschäftigten nichts anderes als eine Zeit erheblicher Unsicherheit.

    Es ist daher mehr als kontraproduktiv für uns, wenn z.B. aufgrund von Presseartikeln und diffuser Informationen diese Unsicherheit noch potenziert wird.

    Eines ist klar:
    Gehaltsverzicht: nicht mit uns!

    Die Aussagen einiger Stadträte insb. von SPD und CSU sowie die Medienberichterstattung der letzten Tage haben Befürchtungen aufleben lassen, dass ver.di die Sanierung der StKM mit einem tariflichen Gehaltsverzicht auf Zeit „begleiten“ würde.

    Das stimmt nicht! Es gibt mit uns keine Absprachen in diese Richtung. Wir verhandeln nicht auf dieser Grundlage und wir haben den klaren Auftrag unserer Mitglieder, den Schutz der Beschäftigten tariflich zu regeln, aber keine Gehälter zu kürzen. Daran halten wir uns auch!

    Gehaltsverzicht ist kontraproduktiv.

    Die Beschäftigten der StKM leisten derzeit und auch in Zukunft schon einen enormen „Sanierungsbeitrag“. Nicht nur, dass ca. 2.000 Stellen abgebaut werden sollen. Parallel dazu – und in etlichen Bereichen erleben wir dies jetzt schon – verdichtet sich die Arbeitsbelastung enorm.

    Zudem haben wir den Eindruck, dass den Beschäftigten zu sehr mit Misstrauen und Verdächtigungen gegenüber agiert wird, als mit Vertrauen.

    Wie sonst ist die Attestpflicht ab dem ersten Tag zu bewerten?

    Wir erwarten abgestimmte und mit den betrieblichen Interessenvertretungen vereinbarte Konzepte, mit welchen auch anerkannt wird, wer die Hauptleistungsträger der StKM sind: nämlich alle Beschäftigte der StKM!

    Blutspendedienst:
    Warum die Hektik und die Eile?

    Was soll das: da veröffentlicht die SZ vor einigen Tagen einen Artikel zur problematischen Situation beim Blutspendedienst (BSD) und am gleichen Nachmittag wird der Aufsichtsrat zu einer Sitzung mit dem Tagesordnungspunkt: „Blutspendedienst – Prüfung von Verkaufsoptionen – Beschluss“ zusammengerufen. Und das, obwohl der AR erst zwei Wochen zuvor getagt hat und turnusgemäß am 27.03.2015 wieder tagen wird.

    Sollen hier schnell und über „die Hintertür“ Fakten geschaffen werden, die wir nicht einmal seriös überprüfen können? So kann man nicht mit hochmotivierten Beschäftigten umgehen. Der BSD der StKM kann eine über 70jährige Erfolgsgeschichte nachweisen. Die Annahme, dass alleine die letzten Jahre wirtschaftlich schwierig waren, kann nicht der Grund für ein „Dichtmachen“ dieser Institution sein.

    Blut ist ein soziales Gut!

    So steht es im Transfusionsgesetz, welches Grundlage der Arbeit aller Blutspendedienste ist. Dass es in der Dachauer Str. 90 Veränderungen geben wird und auch geben muss, ist allen Beschäftigten klar. Nur wollen die Beschäftigen nicht im Fadenkreuz politischer Entscheidungen stehen und ausschließlich als „Kostenfaktor“ gesehen werden.

    Wir erwarten klare Aussagen und keine Bedrohungsszenarien!

    Immerhin wurde aufgrund der Intervention der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat die Tagesordnung des AR bereits korrigiert: jetzt wurde über den BSD „informiert“ und es sind Handlungsaufträge bezüglich der nächsten Schritte dargestellt worden.

    Die Aufsichtsratsmitglieder von ver.di haben hierzu das Modell einer kommunalen Betriebsgesellschaft zur Prüfung vorgeschlagen. Das „soziale Gut Blut“ ist zu wertvoll, um es dem Kalkül und Markt z.B. der privaten Blutbanken und Pharmaanbieter zu überlassen.

    Werden die Beschäftigten des BSD die ersten sein, die die Kosten von Missmanagement ausbaden müssen?

    Wir wundern uns über manche Aussagen, die in Zusammenhang mit dem BSD von mehr oder weniger kompetenten Beratern und/oder Kommunalpolitikern geäußert werden. Bei den uns bekannten „Benchmark-Vergleichen“ wurden „Äpfel mit Birnen“ verglichen: Ein BSD wie der des BRK oder der StKM kann nicht mit einem profitorientieren Unternehmen a la Haema & Co. verglichen werden. Letztere sind die „Rosinenpicker“ im Blutmarkt. Sie produzieren nur Blutprodukte, die schnell und einfach zu gewinnen und vermarkten sind und erfüllen nicht die Anforderungen an eine komplexe Vollblutproduktion.

    Wir fragen uns, wie es innerhalb nicht mal eines Jahres zu völlig abweichenden Leistungs- und Ertragszahlen kommen konnte und warum der BSD in den vergangenen Monaten seitens der Betriebsleitung scheinbar konsequent auch durch eine offensichtlich bewusst gewollte Leistungsreduktion „heruntergewirtschaftet“ wurde?

    Wir meinen: Ein Verkauf des BSD ist aus unserer Sicht nicht nötig. Es gibt ein großes Potential motivierter und qualifizierter Beschäftigter und wir sehen nicht, dass der BSD weiter Marktanteile verlieren wird.

    Daher: die Arbeitsplätze der Kolleginnen und Kollegen des BSD müssen gesichert werden. Dafür werden wir in den nächsten Wochen streiten!

     

    Sie haben fragen?

    Wenn Sie über unsere Termine, Diskussionen etc. informiert sein möchten und wenn Sie konkrete Fragen haben, stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Wenden Sie sich an

     

    StKM: Es gibt genug zu tun!

    Nach wie vor gibt es kein klares, transparentes Konzept, welche personalwirtschaftlichen Maßnahmen ergriffen werden, wenn eine Abteilung geschlossen wird oder mit einer anderen Abteilung fusionieren soll.

    Wir meinen: Die betroffenen Beschäftigten müssen frühzeitig informiert werden und es müssen ihnen Perspektiven aufgezeigt werden.

    Die ver.di-Betriebsräte machen die Geschäftsführung seit langem darauf aufmerksam, dass langjährige Beschäftigte, vor allem im ärztlichen und pflegerischen Bereich, der StKM den Rücken kehren, was teilweise zu fatalen Auswirkungen in den Abteilungen führt.

    Wir benötigten daher dringend ein Ausfallkonzept wie zum Beispiel einen gut organisierten, häuserübergreifenden Springerpool, evtl. Bereitschaftsdienste oder andere Instrumente, die geeignet sind, die Beschäftigten zu entlasten, wenn der Ausfall überhandnimmt.

    Der aus diesen Arbeitsbedingungen resultierenden Krankheitsquote wird leider nicht mit einem, von uns oft eingeforderten, konsequenten und effektiven Gesundheitsmanagement begegnet, sondern – so unsere Erfahrung – mit weiterem Druck auf diejenigen, die krankheitsbedingt ausfallen. Dieser Druck äußerst sich z.B. in Form von „Personalgesprächen“, Aufforderungen „sich etwas anderes zu suchen“ und einer Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag.

    Den Betriebsräten liegt eine Reihe von Gefährdungsanzeigen vor, in denen oft detailliert beschrieben wird, dass die Beschäftigten eine Gefährdung der Patienten/innen und auch eine Gefährdung ihrer eigenen Gesundheit nicht mehr ausschließen können. Presseberichte wie die Vorkommnisse in Kiel und anderen Krankenhäusern verstärken unsere Sorge um die Patienten/innen, die Beschäftigten und den guten Ruf unserer StKM.

     

    Wir wissen: in der StKM leisten gute Leute eine gute Arbeit.

    In diesem Sinne wollen wir gemeinsam auch für eine gute Zukunft und für gute Arbeitsbedingungen eintreten, welche eine gute Patientenversorgung ermöglichen.

    Die Vertrauensleute, Betriebsräte und Aufsichtsräte der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) in der StKM.