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    ver.di fordert Haustarifvertrag

    Touristik

    ver.di fordert Haustarifvertrag für American Express Global Business Travel III und weist Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zurück

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert, dass das Geschäftsreisen-Unternehmen American Express Global Business Travel (GBT III B.V.) Verhandlungen über einen Haustarifvertrag verweigert. Das Unternehmen hatte eine entsprechende Forderung von ver.di im März zurück gewiesen und auf ein neuerliches Gesprächsangebot von Ende Juni bis zum heutigen Tag nicht reagiert.

    "Wir lehnen schlechtere Arbeitsbedingungen für neue Beschäftigte ab. Es geht darum, eine Zwei-Klassen-Gesellschaft innerhalb der Beschäftigten zu verhindern und tarifliche Ansprüche dauerhaft für alle Beschäftigten zu sichern. Global Business Travel ist gut beraten, Tarifverhandlungen mit uns zu führen. Denn gute Arbeit und gute Geschäfte gehören zusammen. Bleibt das Unternehmen bei seiner Blockadehaltung, werden wir den Druck erhöhen" sagte ver.di- Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel.

    American Express hat 2014 fünfzig Prozent der Sparte Geschäftsreisen an eine Investorengruppe verkauft. Diese firmiert unter dem Namen American Express GBT III B.V. Die Beschäftigten dort erledigen nach wie vor die gleichen Aufgaben, doch das Unternehmen GBT III befindet sich nicht mehr in der Tarifbindung. Die Firma beabsichtigt, bei Neueinstellungen von den bisherigen tariflichen Standards der Altbeschäftigten abzuweichen. So soll die wöchentliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden auf 40 Stunden erhöht und der Urlaubsanspruch von 30 Tagen reduziert werden. Für Alt- und Neubeschäftigte weigert sich das Unternehmen, tariflich abgesicherte und damit verlässliche Gehaltserhöhungen zu bezahlen.

    ver.di hat unter den Beschäftigten eine Tarifbefragung durchgeführt. Über 90 Prozent der Befragten befürworten die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Etliche Beschäftigte haben sich für einen Eintritt in die Gewerkschaft entschieden. Für die Tarifverhandlungen ist eine Tarifkommission mit Vertreterinnen und Vertretern der Beschäftigten aus allen sechs bundesweiten Standorten gebildet worden. Auch der Gesamtbetriebsrat sowie die sechs regionalen Betriebsräte unterstützen die Forderung nach einem Haustarifvertrag. Bei GBT III arbeiten an sechs bundesdeutschen Standorten gut 600 Beschäftigte.