Rostfrei

    Städtisches Klinikum - bleibt in kommunaler Hand

    Rostfrei Februar 2016

    Städtisches Klinikum - bleibt in kommunaler Hand

    ... das zumindest ist das Ziel, das sich die Stadträte fast aller Parteien auf ihre Fahnen geschrieben haben. Schaut man sich den Stadtratsbeschluss vom Juli genauer an, so sollten dem ein oder anderen doch Zweifel kommen.

    Da nämlich lautet die Devise: „Wir konzentrieren uns auf unser Kerngeschäft“, was nichts anderes bedeutet, als dass fast alle Bereiche, die nicht zur unmittelbar medizinischen Versorgung gehören fremdvergeben werden sollen.

    Die Bettenaufbereitung wird an die Firma Rettler Service GmbH vergeben. Das betrifft ca. 40 Beschäftigte. Bis Ende diesen Jahres sind die Küchen mit ca. 200 Beschäftigten an der Reihe. Unterdessen wird in der Verwaltung stark gekürzt und auch der Hausdienst, die Pforten und viele weitere kleinere Einheiten sind im Fokus.

    Der Gesamtbetriebsrat hat in seiner Erklärung betont, dass ein Krankenhaus nur funktioniert, wenn alle Bereiche Hand in Hand arbeiten. Zum Kerngeschäft eines Krankenhauses gehört selbstverständlich die Versorgung mit Essen, die Reinigung der Räume, die Aufbereitung der Betten, die Versorgung mit frischer Wäsche, die Wartung aller technischen Einrichtungen und eine gut funktionierende Verwaltung. Denn ohne diese Bereiche hilft die beste Medizin nichts.

    Wenn nun all diese Bereiche an betriebsratsfreie Firmen vergeben werden, die vielleicht gerade mal den Mindestlohn bezahlen, die ihre Beschäftigten behandeln wie es ihnen gefällt, die das Arbeitszeitgesetz ignorieren und die Kolleginnen und Kollegen, die sich krank melden, zu Hause anrufen und ihnen mit Kündigung drohen, so ist das eine Entscheidung, die jeder sozialer Verantwortung widerspricht.

    Sicherlich wird der ein oder andere von der Stadt übernommen werden, aber nichtsdestotrotz werden mit Zustimmung der Stadt München hunderte TVÖD-Arbeitsplätze in Billiglohnarbeitsplätze umgewandelt. Was uns als Krankenhaus in kommunaler Hand verkauft wird, ist in Wirklichkeit der Beginn des Ausstiegs aus der kommunalen Hand.

    Ob es wirklich dadurch billiger wird? Der Beweis steht noch aus. Dass die Qualität schlechter wird, kann man jetzt schon bei den fremdvergebenen Bereichen deutlich sehen.

    Und ob auf lange Sicht das Unternehmen gerettet wird, das glauben nur noch die Zweckoptimisten, denn auch die Fremdvergaben ändern am Grundübel, nämlich die unzureichende Krankenhausfinanzierung nichts. Sie behandeln lediglich das Symptom und nicht die Krankheit an sich. (Beschäftigte der städtischen Kliniken)